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Säulen im Feuerschein erglänzten. Nun kam Penelope aus den,Schlafgemache herab, Artemis gleich oder der goldprangendenAphrodite, und die Mägde stellten ihr den Sessel, mit Elfenbeinund Silber geschmückt, zum Feuer hin und für Odysseus einenandern ihr gegenüber. Da klagte sie dem Alten ihr Leid, unddieser tröstete sie und erzählte, wie er Odysseus in Kreta gesehenund bewirtet habe, und beschrieb ihr als Wahrzeichen dessenpurpurnen Mantel, woran eine Schnalle von getriebenemGolde war, einen Hund darstellend, der ein Rehkalb mit denVordersätzen gepackt hat. So erzählte er auch anderes noch,Ersonnenes und Wahres mischend; ihr aber entströmten heitzeTränen. Es erbarmte Odysseus im Herzen des klagenden Weibes;doch um seines Planes willen verhielt er die Tränen; nur ver-sicherte er und schwur ihr zu bei Zeus, dem höchsten der Götter,und bei des Odysseus gastlichem Herde, datz die Zeit der Voll-endung nahe sei und Odysseus kommen werde, sobald der alteMond geschwunden, und ehe der neue erschienen sei.
Nun befahl Penelope der treuen Schaffnerin Eurykleia, demFremden die Fütze zu waschen. Diese nahm das blanke Becken,gotz frisches Wasser hinein und mengte heitzes dazu, trat heranund begann die Waschung; da plötzlich bemerkte sie die Narbeeiner alten Wunde, die dem Odysseus einst ein Eber mit weitzemZahne gehauen, als er mit Autolykus, seiner Mutter Vater, inden Schluchten des Parnassus jagte. Die Alte erkannte die Narbeund lietz den Futz fahren; er schlug in das Becken, datz es klirrendumfiel und das Wasser den Boden netzte. Freude und Schmerzzugleich ergriffen ihr Herz; ihre Augen füllten sich mit Tränen,und die Stimme wollte ihr versagen. Sie fatzte Odysseus amKinn und sprach: „Wahrlich, du bist Odysseus, geliebtes Kind,und ich habe dich nicht früher erkannt, bis ich meinen Herrnmit Händen berührt!" Sprach's und wandte sich zu Penelope,um ihr zu künden, datz der treue Gatte im Hause sei. Doch Odysseuspretzte mit der rechten Hand der Alten die Kehle, und mit derandern zog er sie an sich heran und flüsterte: „Mutter, willst dumich verderben, den du an deiner Brust genährt, und der ichnun nach vielen Drangsalen heimgekehrt? Da du nun alles er-fahren, und ein Gott es dir geoffenbart, so schweig, datz keinMensch im Hause es erfahre!" Das gelobte die Treue, und allegingen zur Ruhe.