9
Es ging aber nicht so, wie er dachte. Das Loch, wo dieVöglein ein- und ausflogen, war sehr eng, so daß er seine Handnicht leicht hindurchstrecken konnte. Nun drückte er zwar so lang,bis er die Hand hindurchgezwängt hatte; als er sie aber drinnenund die armen Vögelchen gefaßt hatte, konnte er sie nicht wiederherausziehen. Cr mochte ziehen und zerren, wie er wollte, eshalf ihm nichts,' die Hand steckte fest. Zuletzt tat es ihm wehe,und er fürchtete, die Hand werde nicht wieder herausgehen. Dafing er erbärmlich an zu schreien, so daß die Leute herbeigelaufenkamen. Die halfen ihm zwar endlich nach vieler Mühe aus demLoche heraus,' aber sie schalten ihn auch, daß er die armen Rot-schwänzchen habe stören und quälen wollen und sagten es seinemVater. Der strafte ihn hart. W. Curtmann.
14. Die blühenden Häume.
lücr hat doch alle Bäume nurfo herrlich ausgeschmückt,und bunte Sträuße draufgesteckt,daß alles sich entzückt?
N)er hat uns doch so schnell gesandtall diese Blütenpracht?
Das hat der liebe Gott getanin einer Waiennacht!
2. Da schickt er seine Gngelscharherab zu dieser Welt;sie huschen durch den dürren Wald,durch Garten, Rain und Feldund hauchen nur die Anospen anso heiinlich und so leis —da springen alle Blüten auf,da grünet jedes Reis.
5. Und kommt am frühen Blorgen dannder erste Sonnenstrahl,dann prangen in der Waiennachtdie Bäume allzumal.