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Lesebuch für das vierte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
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Mann, Werner Stauffacher genannt. Wie nun der LandvogtGeßler daselbst vorbeiritt, stand Stauffacher eben vor seinem Hause.Er empfing ihn freundlich und hieß ihn als seinen Herrn willkommen.

Geßler fragte den Stauffacher:Wem gehört das Haus?"Stauffacher merkte wohl, daß der Vogt ihn nicht im guten frage.Er wußte auch, daß ihm der Vogt aufsäßig war, weil er dasVolk immer ermähnte, ja nicht österreichisch zu werden, sondernbei den alten Freiheiten zu bleiben, wie bisher. Er gab ihmalso zur Antwort:Das Haus, Herr Vogt, ist meines Herrn,des Kaisers, und Euer und mein Lehen." Der Landvogt sprach:Ich bin an Kaisers Statt Regent im Land und will nicht, daßdie Dauern Häuser bauen ohne meine Einwilligung. Auch willich nicht, daß ihr also frei hinlebet, als ob ihr Herren wäretin dem Land. Ich werde euch das wehren." Darauf ritt er vondannen. Diese Rede tat Stauffacher wehe, und er nahm sie zu Herzen.

Stauffacher hatte eine kluge Frau. Diese merkte wohl,daß ihm etwas schwer auf dem Herzen lag, und sie fragte ihndarnach. Da erzählte er ihr seine Begegnung mit Geßler undsagte:Ich erwarte nichts anderes, als daß mir der Landvogtmit der Zeit Haus und Hof, Hab und Gut nimmt."

AIs die Frau das vernahm, sprach sie:Du weißt, daßsich mancher wackere Mann in unserm Land ob des LandvogtsWüterei beklagt. So ist es auch in Uri und in Unterwaiden;denn täglich hört man ja, wie sich die Leute dort beklagen.Darum wäre es gut, wenn euer etliche, die einander vertrauendürfen, heimlich beraten würden, wie man der Tyrannei einEnde machen könnte. Der liebe Gott wird euch beistehen undeuch sicher nicht verlassen, wenn ihr ihn von Herzen anrufet.Hast du in Uri und in Unterwaiden keine achtbaren Freunde,denen du vertrauensvoll die Rot klagen und von diesen Dingenreden dürftest?" Er antwortete:Ja, ich kenne daselbst wackereMänner genug, denen ich wohl vertrauen darf."

8. Wie Stauffacher nach Uri fuhr.

Stauffacher dachte bei sich selbst:Der Rat der Frau istgut." Deshalb folgte er ihr und fuhr nach Uri. Da hörte er