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gegrüßt habe. Teil antwortete: „Lieber Herr, es ist von ungefährgeschehen. Verzeiht mir's! Es soll nicht mehr geschehen". DerLandvogt aber sagte: „Ich habe gehört, daß du der beste Schützeweit und breit im Lande seiest. Nun sollst du deine Kunst vormir zeigen. Nimm die Armbrust und mache dich bereit, einenApfel von dem Haupte deines Knaben zu schießen. Aber gibacht, daß du den Apfel triffst. Denn triffst du ihn nicht auf den
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ersten Schuß, so kostet es dich dein Leben." Tell erschrak und batden Landvogt um Gotteswillen, daß er ihm den Schuß erlasse;er wolle lieber sterben, als auf sein Kind zielen. Der Landvogt abersprach: „Du tust den Schuß, oder du stirbst mit deinem Knaben".
Tell sah wohl, daß er's tun mußte. Er bat Gott inniglich,ihn und sein liebes Kind zu behüten. Dann nahm er seine Arm-brust, spannte sie, legte den Pfeil auf und steckte noch einen zweitenhinten ins Böller. Der Landvogt legte dem Knaben selbst den Apfelaufs Haupt. Tell schoß und traf glücklich den Apfel mitten durch.
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