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Lesebuch für das vierte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
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Flügel und wärmt^sie. Bemerkt sie einen Raubvogel oder eineKatze, so ruft sie die Küchlein ängstlich herbei und sammelt sieunter ihre Flügel. Ost werden der Bruthenne Enteneier unter-geschoben. Sie beschützt und pflegt die Stiefkinder wie eigene.Wenn diese aber ans Wasser kommen, gehen sie hinein undschwimmen munter hin und her. Ängstlich läuft die Henne amUfer auf und ab und ruft kläglich; aber die Entchen hören nichtauf den Ruf. Allmählich verliert die Henne ihre Angst.

Auf dem Kopfe trägt das Huhn einen Kamm von rotemFleisch und unten an der Kehle zwei rundliche, rote Fleischlappen.Ohrmuscheln hat es keine; es hört aber gleichwohl sehr gut. DerEingang zu den Hörwerkzeugen ist an den Seiten des Kopfes,etwas nach hinten gelegen. Der Rumpf ist eirund, hat einestarke Brust und einen breiten Rücken. Das Huhn hat vierZehen, drei nach vorn und eine nach hinten gerichtet. Die Hinter-zehe ist kleiner und steht etwas höher als die vordern. Die Krallenan den Zehen sind stumpf und kurz, aber gut zum Scharren.

Weit schöner als die Henne ist der Hahn. Er ist grösterund stärker und hat eine viel lebhaftere Färbung. Der Halsist hoch aufgerichtet. Auch die sichelartigen Schwanzfedern stehenstolz aufwärts. Kamm und Kehllappen sind länger. Auster denvier Zehen trägt er noch einen Sporn an den Füsten. Er istder Herr und Beschützer der Hühnerschar, die er, laut krähend,schon vor Tagesanbruch wachruft. Fliegen kann der Hahn nichtgut, so wenig als die Hennen die Flügel sind zu kurz. Aberdas Laufen geht desto besser.

Die Henne ist ein nützliches Haustier. Ihre Eier sind einesehr nahrhafte Speise. Aber auch das Fleisch schmeckt gut, solang es jung ist. Dazu gibt es eine stärkende Brühe. Die Hühnerwerden mit Getreidekörnern gefüttert. Sie fressen aber auch vielanderes: Kartoffeln, Brot, Würmer usw. Oft sieht man die Henneam Mörtel der Mauern picken. Sie must nämlich mit ihrem Futterimmer auch etwas Kalk verschlingen, weil sie sonst die Kalkschaledes Eies nicht bilden könnte. Man gibt ihr darum Schalen zu fressen.Bekommt sie nicht hinreichend Kalk, so legt sie ungeschälte Eier.