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12. Der bestrafte Ungehorsam.
1. Das Zimmer einer Schulklasse war im obersten Stockwerkeines hohen Gebäudes. Hölzerne Treppen führten zu demselbenhinauf. Sie waren mit niedrigen Geländern versehen. Sobalddie Schule aus war, beugte sich der kleine Haus über die Lehnenhinaus, schaute in die Tiefe und glitt so langsam hinunter.Viele andere Knaben machten ihm dies nach. Der Lehrer verbotdas strenge. Alle Schüler gehorchten, nur Hans nicht. An einemNachmittag, kurz vor Beginn der Schule, lehnte er sich richtigwieder über das Geländer hinaus und schnellte Erbsen über dieankommenden Schüler hinunter.
2. Plötzlich bekam er das Uebergewicht, und mit einem Schreistürzte er in die Tiefe hinunter auf den Boden des unterstenGanges. Hier blieb er liegen und bewegte kein Glied mehr.Der Boden rings um seinen Kopf war rot gefärbt von seinemBlute. Da kam der Lehrer. Mit bleichem Gesichte holte er seinenNebenlehrer herbei. Beide standen nun vor dem leblos in seinemBlute liegenden Knaben. Sein Lehrer jammerte: „Ach Gott, erist tot. Was werden seine Eltern sagen!" Der zweite Lehrereilte schnell zum Arzte. Als er mit demselben ins Schnlhaus kam,lag der Gefallene mit geschlossenen Augen aus einen: Tisch imnächsten leeren Schulzimmer. Der Arzt untersuchte die Wundendes Kopfes und schaute nach, ob Arme oder Beine oder gar einigeRippen gebrochen seien. Auf einmal bewegte der Knabe heftig dieBeine und schrie entsetzlich, daß man es in allen Schulzimmernhorte. Die Schüler zitterten und schrieben nicht weiter. Sie dachtennur an ihren unglücklichen Mitschüler.
3. Der Arzt schüttelte den Kopf und sagte: „Man kann nochnicht sagen, ob er sterben werde oder nicht. Er muß sogleich indas Spital gebracht werden. Das war traurig anzusehen, alsder Knabe in einem geschlossenen Krankenwagen langsam vomSchnlhause wegsuhr.
Seine Mutter lag daheim schwer krank im Bette. Mandurfte ihr nichts sagen. Der Vater mußte den Jammer alleintragen.