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Lesebuch für das dritte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / hrsg. vom Erziehungsrate des Kantons St. Gallen
Entstehung
Seite
125
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Banknoten auf dem Boden liegen, von denen jede 100 Frankenwert war. Wie jubelte die arme Mutter auf! So viel Geldhatte sie schon lange nicht mehr gesehen.

2. Die Frau war aber ehrlich genug, den Fund in der Zeitungbekannt zu machen. Der rechtmäßige Eigentümer kam und nahmdas Verlorene in Empfang. Als er aber die Not im kleinenStübchen sah, wurde er weich gestimmt und sprach:Gute Frau,mir teilen gleich und gleich." Also erhielt die Frau die eine Bank-note als Finderlohn. Sie dankte dem guten Manne und weinte-vor Freude. Jetzt konnte sie Brot kaufen und warme Kleiderund Holz. Wie behaglich fühlten sich nun die armen Leute, als-sie nicht mehr hungern und frieren mußten! I. Kimm.

M. Das Vüblein aus dem Lis.

1. hat es Heuernoch gar kein festes Eis.

Knäblein geht auf den Weiherund spricht so zu sich leis:

Ich will es einmal wagen;das Eis, es muß doch tragen!

Wer weiß?"

2. Das Büblein stampft und hacketmit seinem Stiefelein;

das Eis auf einmal knacket,und krach, da bricht's hinein.

Das Büblein platscht und krabbeltals wie ein Krebs und zappeltund schreit:

3.O helft, ich muß versinkenin lauter Eis und Schnee!

O helft, ich muß ertrinkenim tiefen, tiefen See!"

Wär' nicht ein Mann gekommen,der sich ein Herz genommen,o weh!