25
Wenns dann verlodert hat und nur noch ein Häuflein Ascheraucht, dann kommen die Kinder mit einem Körbchen voll rosiger
Knollen, die werden in die Glutvergraben. Und wenn dann einfeines Schmäcklein uns in die Nasesticht, dann holen wir sie heraus,und aus knusprig schwarzer Schalelöst sich „weiß wie Alabaster"das mehlige Fleisch unserer erstenKartoffeln, die wir in Andachtverzehren — ah! Aber nein, daskann sich ja keiner denken, der nicht mitmachte, wir köstlich solche Kar-toffeln— „Kriegskartoffeln" — schmecken, Erstlinge des eigenen Fel-des, gebraten in der Asche des Tannenbaums am Sonnenwendfeuer!
Am Abend. Mathias Claudius.
Der Mond ist aufgegangen;die goldnen Sternlein prangenam Himmel hell und klar.
Der Waid steht schwarz und schweiget,und aus den Wiesen steigetder weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille,und in der Dämmrung Hülleso traulich und so hold,als eine stille Kammer,wo ihr des Tages Jammerverschlafen und vergessen sollt.
So legt euch denn, ihr Brüder,in Gottes Namen nieder;kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen,und laß uns ruhig schlafenund unsern kranken Nachbar auch.