Buch 
Lesebuch für das sechste Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
Entstehung
Seite
56
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Hinter den Scheiben rote Geranienund dazwischen, im Akendlicht,hin und wieder ein Mädchengesichtmit stillen Zügen.

Der Sonnenschein

kann nicht recht in die Gasse hinein,huscht nur in kleinen zitternden Fleckchenüber die Winkel, über die Eckchen.

Kinder kommen in hellen Haufendurch die träumende Gasse gelaufen,sind gar eifrig und wissen sich was,lachen und schreien um dies und das.

Und die Alten, in nickender Ruh,schauen still von der Haustür zu;

Großmutter strickt, und Großvater rauchtist eine Lust, wie die Pfeife schmaucht

Und der Nachbar von drüben hermeint:Nun mach ichs nicht lange mehr."

Er sagts seit Jahren, der alte Mannes glaubt schon lange kein Mensch mehr dran!

In einem Dachstübchen. Edmondo de Amicis.

Gestern Abend ging ich mit meiner Mutter und meinerSchwester Silvia, um der durch die Zeitung empfohlenen FrauWäsche zu bringen. Ich trug das Paket; Silvia hatte die Zei-tung mit der Adresse. Wir stiegen bis unter das Dach eines hohenHauses und kamen in einen langen Gang, wo viele Türen waren.Meine Mutter klopfte an die letzte. Eine junge, blonde und ab-gezehrte Frau öffnete uns. Mir schien, als hätte ich diese Fraumit dem gleichen blauen Kopftuch auch schon gesehen.Seid Ihrdie in der Zeitung Empfohlene, so und so?" fragte meine Mutter.Ja. gnädige Frau, ich bins."Hier haben wir Euch ein wenig