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Lesebuch für das sechste Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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den Mordbrennern dasselbe Schicksal zu bereiten wie derBesatzung von Greifensee.

Wie auch noch der König von Frankreich in denKrieg hineingezogen wurde. Die Verbündeten hatten schonlange gemerkt, dass sie allein die Eidgenossen nichtbesiegen könnten. Sie sahen sich deshalb nach einemdritten Bundesgenossen um. Kaiser Friedrich trug dem Königvon Frankreich ein Bündnis an. Dem kam das Angebotgerade recht. Er hatte eben einen Krieg gegen England zuEnde geführt und war nun froh, dass er mit den Söldner-scharen, die er nicht mehr brauchte, abfahren konnte. Stattfünftausend Mann, wie der Kaiser verlangt hatte, schickte erfünfzigtausend. Es waren Armagnaken. Der Name kommt da-her, dass ihr erster Anführer ein Graf von Armagnak ge-wesen war. Beim Volk aber hiessen sie die Schinder; dennsie waren das zuchtloseste Kriegsvolk, das es gab. Siehausten gleich schrecklich in Freundes- und in Feindeslandund liessen überall Trümmer und Leichen, Entsetzen undGrauen zurück. Diese ruchlosen Horden rückten nun unterder /mführung des französischen Kronprinzen auf Basel zu.Der wollte die Stadt durch einen Handstreich einnehmen unddann die Farnsburg und Zürich befreien. Die Kunde davonlief wie ein Schrecken durch die Eidgenossenschaft.

Die Schlacht bei St. Jakob an der Birs. Als die Vor-hut der Armagnaken vor Basels Mauern erschien, sandte derRat sofort einen Boten nach der Farnsburg, um die Eidge-nossen zu warnen. Da beschlossen die Hauptleute, die Be-lagerung bis auf weiteres fortzusetzen, aber zur Auskund-schaftn g des Feindes einen Streifzug zu unternehmen. Freu-dig meldeten sich dreizehnhundert Freiwillige dazu. Die An-führer des Zuges erhielten den bestimmten Befehl, ja nichtauf die weite Ebene bei Basel hinabzugehen und unter keinenUmständen die Birs zu überschreiten. Voll Mut und Zuver-