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Lesebuch für das siebente Schuljahr der Volksschule des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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stück der Vergangenheit und Erinnerung an das, was gewesenist. Im gleichen Bild genieße ich den Frühling in der Gegen-wart und in der Zukunft; mit demselben Blick packe ich Zweier-lei Schnee: den Blütenschnee im Tal und den Firnschnee auf demGrat. Der Winterschnee dort oben würzt mir das Frühlings-behagen hier unten, wie mir das Regengeklatfche gegen dasFenster das Wohlbehagen in der warmen Stube erhöht.

Die zwei Kräuter. Auguste Supper.

Es stieg der frühe Lenz empor;da fing's im Schatten an zu sprossen.

Zwei Kräuter drängten sich hervor,als kaum der letzte Schnee zerflossen.

Das eine liebte seinen Platz

und packte rasch beim Schöps das Leben.

Es wußte saugend Schatz um Schatzdem kühlen Standort zu entheben.

Bald setzt' es Blüt' um Blüte an,und Früchte wurden aus den Blüten,die köstlich für den Wandersmannin heißen Sommertagen glühten.

Das zweite Kraut dagegen lagmit seinem Schicksal hart im Streite.

Ich will hinaus, will an den Tag,will an die Sonne, will mehr Freude!

Mir ist die Erde hier zu kalt,der Schatten mir zu tief und dunkel.

Nie dringt durch den verhaßten Waldder Sterne fröhliches Gefunkel.

Könnt ich im rechten Lichte stehn,wie wollt ich reifste Früchte bringen!