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herum, wie wenn er eine Zither spielte, oder er fingerte ander Lindenrinde, als wäre sie des Vaters Harfe. Vater undMutter dachten dabei jedes etwas besonderes über den kleinenSänger.
„Wird dereinst ein gescheiter Wagnersmann, unser Sep-perl, der sich den Kummer nicht zu sehr am Herzen fressenläßt", planierte still vergnügt der Vater.
Die Mutter aber träumte sich bei den kindersrohen Klängenweit hinein in die verschleierte Zukunft, sah ihr Sepperle alsPriester des Herrn amtieren und hörte ihn im Geiste schondas osterfrohe Alleluja anstimmen. — Aber es kam anders,als sie beide träumten.
Das Sepperle hatte einen Oheim, der Schullehrer undKirchenchorleiter im nahen Hainburg war. Der dachte auchdas seinige, als er den Knirps so fertig singen hörte und sah,mit welch sicherem Taktgefühl er aus einem Stecken geigte.
„Ein Musikus muß der Sepple werden, und ich selbst willihn dazu machen. Gebt mir den Kleinen nur mit nach Hain-burg". Also sprach der Schulmann und wußte alle Hindernissezu überwinden.
Wie staunten die guten Hamburger, als nach etlichen Sonn-tagen der Choral von der Orgelbühne herab wie Engelgesangerklang! Ein sechsjähriges Büblein stand dort oben, hielt seinNotenblatt und sang nach Kräften, dieweil sein Lehrmeisterbefriedigt lächelnd in die Tasten griff.
Zwar fand der kleine Sänger in Hainburg nicht alles, wieer es erwartet hatte. Wohl konnte er von früh bis spät ausKlavier und Violin üben und auch die andern Instrumentekennen und zumeist spielen lernen. Und der kleine Musikertat das alles mit Lust; denn ihm schlug ein schassenssrohesHerz, und „Gott, der Allmächtige, dem er ungemesiene Gnadezu danken hatte, gab ihm besonders in der Musik viel Leich-tigkeit". Allein sein Lehrmeister war in dem eigenen Heimein ganz anderer Mann, als in Rohrau bei Haydns Eltern.Er hals dem jungen, ringenden Talente so absonderlich nach,daß Haydn später selbst erzählte: „Ich danke es diesem