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denjenigen, welche die Leute hörten, die zum Doktor wolltenoder nach seinem Befinden fragten. Und doch verjagte esdiese damit nicht. Die Nachricht, daß der Doktor schwererkrankt sei, erregte allgemeine Teilnahme, und je wüsterKäthi tat, desto bänger ward es den Leuten, desto dringlicherfrugen sie nach des Doktors Befinden.
Lange Zeit mußte der Doktor Bett und Zimmer hüten.Auch als er so weit hergestellt war, um seinen Beruf wiederausüben zu können, lasteten die Folgen seiner Krankheitschwer auf ihm. Früher hatte er seinen Körper nicht gefühlt,darum auch nicht geschont; derselbe war ihm gehorsam ge-wesen und hatte ihm keinen Dienst versagt. Nun war esanders! Leicht ward er müde. Je eifriger der Geist ward,desto schwächer das Fleisch. So vergingen Frühling undSommer. Der Herbst kam und mit ihm viele Krankheiten.Da war es, als ob der Doktor neues Leben erhielte. Die alteKraft schien neu aufzuflammen. Unermüdlich, Tag undNacht war er auf den Beinen. Kaum war er hier gewesen,so sah man ihn schon auf der entgegengesetzten Seite. Dasdauerte einige Zeit. Da ergriff ihn die Krankheit aufs neueheftig. Die ärztliche Kunst seiner Freunde verlängerte zwarsein Leben, aber auch seine Leiden. Ihn zu retten, vermochtensie nicht mehr. Er wußte es und bat sie, daß sie von ver-geblichen Versuchen ablassen möchten. Sie konnten zwarseine Bitten nicht erhören; aber sie konnten auch ihre Kunstnicht steigern. Sie standen an den Schranken, welche denMenschen gesetzt sind; umfangen hielt sie ihre Ohnmacht.Endlich löste die Hand, in welcher jegliche Macht liegt, diematte Seele von dem gemarterten Leibe. Tot lag die Hülle,welcher eine edle Seele entflohen war.
Von Pros. Or. Müller (nach Kap. 17 aus „Anna BäbiIowäger" von Ieremias Gotthelf.)
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