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Heimweh! Im stillen hatten es wohl die meisten, dieda im Pädagogium saßen, vielleicht alle; aber wer wirddenn so etwas zeigen! Solche Schlappheit!
Auf der Stube, auf der er untergebracht war, saß erimmerfort an seinem Tisch.
Arbeitete er?
Nein, er schrieb Briefe. Immerfort mit großen, un-gelenken Buchstaben Briese und immerfort an die Mutterzu Hause.
Mit Gewalt beinahe mußte ihm der Stubenälteste dasPapier fortnehmen und ihn Hinaustreiben, daß er den vor-geschriebenen Nachmittagsspaziergang im Garten der Anstaltmachte.
Und dann kam eine Entdeckung, die allem die Kroneaussetzte: nach den großen Sommerferien war er insPädagogium eingetreten; zu Weihnachten stand ihm zumerstenmal die Gelegenheit bevor, daß er wieder zu denEltern nach Haus kommen würde.
Man entdeckte, daß ex sich einen Kalender gemacht hatte.
So viele Tage, als noch bis zum Beginn der Weihnachts-ferien waren, so viele senkrechte Striche hatte er auf einenBogen Papier gesetzt. Jeden Abend strich er eine der senk-rechten Linien mit einer wagerechten durch — wieder einTag weniger.
Und vom Morgen bis zum Abend gab es für ihn nureinen Gedanken, daß er heut' abend wieder einen Tag aus-streichen würde.
Als das bekannt wurde, ging es wie der Teufel überden armen Kerl her:
„Mops, wie steht's mit dem Kalender?" „Mops, wievielTage sind's noch bis Weihnachten?" „Mops, der Direktorhat gesagt, du darfst zu Weihnachten nicht nach Haus."
Jedesmal, wenn der Junge dieses letztere hörte, wurdeer leichenblaß, obschon er wußte, daß es nur ein schlechter
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