mal hinausgehen an den Waldrand oder auf die Heide und sieansehen, wenn sie wie von lauterem Golde trieft und ihr meint,ihr müßt euch drunterstellen und ihr zurufen:
Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich,
Wirf Gold und Silber über mich!
oder wenn es aussieht, als ob sie eben über das Sterntalerkindihren goldenen Segen ausschütten wollte. Aber wenn sie dannso in ihrer leuchtenden Pracht dasteht, und ihr Schmuck baldlangsam zur Erde sinkt, bald in alle Winde verweht wird, dannfängt uns schon an, bange zu werden — jetzt ist's bald ausmit der Herrlichkeit, nun stehst du bald öde da und kahl,
„O, und dann kommt wieder der Winter — wißt ihr noch,wie fein es letztesmal zu Weihnachten war, als jedes Birken-zweiglein ein weißes Schwanenpelzlein trug ? — Aber da war dieBirke am aller-allerschönsten, fast noch schöner als der Weih-nachtsbaum.“
Die Kraft eines Samenkorns.
Wenn man eine dünnwandige Glasflasche — eine Medizin-flasche zum Beispiel — mit gelben, trockenen Erbsen füllt, danndie Flasche mit Wasser vollgießt, sie mit einem Korken ver-schließt und in eine Ecke stellt, wird nach kurzer Zeit aus jenerEcke ein dumpfer Knall vernehmbar werden. Und wenn mandem Schall nachgeht, um seine Ursache zu erforschen, findetman, daß die aufquellenden Erbsen der Flasche den Boden her-ausgedrückt haben. Oft zertrümmern sie sogar die Flasche voll-ständig, so daß man gut tut, bevor man das Experiment anstellt,diese mit einem Tuch zu umwickeln, damit man nicht durch her-umfliegende Glassplitter verletzt werden kann.
Wie ist der Vorgang zu erklären ? Woher gewinnen dieErbsen die Kraft, eine Flasche von innen heraus zu zertrüm-mern, sie auseinander zu reißen ?
Diese erste Frage beantwortet sich leicht. Die Erbse istein Samenkorn, ist der Same der Erbsenpflanze. Kommt einSamenkorn mit Wasser zusammen, dann nimmt es dieses be-gierig auf; es beginnt zu quellen und vergrößert so seinen Um-fang. Und da die vielen vergrößerten Erbsen nun in der Flasche