sich das Volk. Diviko wurde abermals zum Führer gewählt,obwohl feine Haare weiß wie Schnee geworden waren. DieHelvetier zündeten ihre zwölf Städte und ihre vierhundert Dör-fer an, ehe sie schieden, daß keinem einfallen sollte umzukehren.Wohlgemut zog durch Rauch und Brand ein ganzes Volk.Langsam kam der Zug vorwärts, und nach manchen schwerenTagen lag endlich der Genfersee vor den Augen der Helvetier.Wie ein Tor schloß die römische Stadt Genf das enge Tal derRhone. Ein römischer Feldherr, Julius Cäsar, empfing sie dort.Freundlich nahm er die Abgesandten der Helvetier aus. Aberden Durchzug wollte er nicht gewähren, er müsse erst Erlaubnisaus Rom holen. Vierzehn Tage ließ er die Helvetier warten,in dieser Zeit sammelte er ein großes Heer und sperrte dasTal mir Mauern ab. Da suchten die Helvetier einen andernDurchgang nach Gallien. Sie wandten sich nordwärts durch engeSchluchten. Wild und wasserarm war das Land. Die Wagenbrachen, die Wege stopften sich. Die Vorräte wurden ausgezehrt,die Herden geschlachtet, Stück für Stück. Hinter ihnen aberschlich ein mächtiges Kriegsheer der Römer.
Endlich kamen sie ins weite Land, an einen breiten Fluß.Da lagen sie manchen Tag und setzten mühsam mit Flößen ansandere Ufer. Der größte Teil des Volkes war bereits überden Fluß gezogen, nur ein einziger Stamm lag noch am dies-seitigen Ufer. Da brachen in dunkler Nacht die Römer insLager ein und erschlugen die Schlafenden. Dann schlugen sieBrücken und setzten in einem einzigen Tage über den Strom.Nun begann erst die Hauptschlacht. Die Helvetier stritten einenganzen Tag mit der größten Tapferkeit. Am Abend zogen siesich totmüde in die Wagenburg zurück. Auch die Frauen undKinder griffen jetzt zu den Waffen. Umsonst, die Römer zün-deten die Wagen an, eine gräßliche Feuersgarbe flammte auf.Als der Tag anbrach, lagen die meisten Helvetier erschlagenoder verbrannt auf dem Blutfelde. Die Übrigen mußten sichergeben. Cäsar befahl ihnen, in die Heimat zurückzukehren.Römische Soldaten begleiteten sie, bauten feste Burgen, breiteLandstraßen und zogen Steuern und Abgaben ein. RömischeHändler kamen, führten Tannen und Eichen, Pelze und Sklavenweg nach dem Süden und brachten dafür Wein, Öl, Teppicheund Schmucksachen aus Gold und Silber.