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aus dem Getümmel an sein Ohr: „Weg frei! Platz da! oder dumutzt mit!" — und wie von unsichtbarer Gewalt geschoben, tratder Schmied vom offenen Tore zurück, warf die Türflügel zu undschob die Riegel vor. Dann brach er ohne Besinnung zusammen.
Als er zu sich kam, war es Heller Morgen, und der nächt-liche Spuk erschien ihm wie ein Traum. Da sah er etwasneben sich hell in der Sonne blinken. Es war das gebrocheneHufeisen, das ihm der Wode als Lohn zugeworfen, und alser es aushub, sieh, da war es von gediegenem Golde! Dawußte er, daß er den gewaltigen Gott der Schlachten und dertoten Heerscharen mit seinem wütenden Heere selbst gesehen,und er bewahrte sein goldenes Hufeisen auf als Andenken andas nächtliche Abenteuer. Bald darauf drang die Kunde indas Land, daß vier Tage nach jener Nacht eine blutige Schlachtin Böhmen geschlagen sei.
Als der Frühling ins Land zog und das verjüngte Son-nenlicht die Straßen wieder getrocknet und wegfam gemachthatte, nahm eines Abends ein fremder Mann in der Schmiedeseinen Unterstand, der vom Rheine aus dem Frankenlandekam. Er führte mancherlei Werkzeug mit sich, das der Schmiednoch niemals vor Augen gesehen, und gab an, er habe vor,an den Hof eines Königs zu fahren, um dort neue Kunst aus-zuüben. Der Schmied mochte gern wissen, wozu all das selt-same Gerät nütze sei, und wie nun der Fremde begann, ihmZweck und Handhabung der Geräte auszudeuten, kamen sieins Gespräch. Der Fremde erzählte ihm von einer neuen Art,Körner zu mahlen, die er am Rheine gesehen und gelernt.„Eure Weiber sind übel daran", sagte er, „und haben vieleMühe, das Getreide jeden Tag in ihren Handmühlen zu zer-quetschen und zu zermalmen. Bei uns daheim schütten dieLeute das Korn zwischen zwei große runde Steine, die sichschneller, als man sehen kann, aufeinander drehen, nicht vonMännerkraft, sondern von der Gewalt der Sturzbäche miteinem Wasserrade getrieben. Das schafft anders, und ein Bauerbraucht nur wenige Tage, um sein Getreide für das ganzeJahr zu feinstem Metzle zu zermahlen. Weise Männer aberwissen zu berichten, diese neue Kunst stamme von dem gewaltigenGatte Wodan, auch Wode oder der Wanderer geheißen, der eingroßer Zauberer und aller Kunst und Weisheit mächtig ist."