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Ig warte währlig nümme langund nimme d'Glogge vo d'r Wangund baschge 's Chäs- und's Milchg'schirr ufund sing' es fröhligs Liedli druf:
„'s zieht mi de Flüehne zue;ig ha dort Freude gnue."
So lebet wohl und b'hüet ech Gott, j
heit Friede z'sänie früeh und spot!
Und wenn ig uff mym Bärgli bi, ^
wünsch ig d'r himmlisch Säge dri;dort obe vo d'r Fluch !
wünsch ig ech Friede zue. j
Und b'suechet mi, dir liebe Lüt, !
und wenn d'r chömet, spar ig nüt;
dir sitzet halt a Sennetisch
und heit's, wie's uff de Bärge-n-isch.
's isch halt e-n-eig'ni Freud
dört obe-n-uff d'r Weid. 8rn»z Jos. Schild.
35. Durg und Herrschaft Balm.
Die Burg Balm stand in einer Höhle der Balmfluh.Weil nur ein steiler und schmaler Pfad zu ihr hinauf führte, 'war sie gegen feindliche Angriffe geschützt. Zur Herrschaft 'Balm gehörten Niederwil, Günsberg, Kammersrohr, ■^>uber£&o^;f und Flumenthal.
Die Freiherren von Balm bildeten eine geachtete und reicheFamilie. Außer der Herrschaft Balln besaßen sie ausgedehnteGüter im Buchsgau und im jetzigen Kanton Luzern. Sie wurdenaber auch von schwerem Unglück heimgesucht. Rudolf II.,Bruder der edeln Gertrud von Wart, beteiligte sich an derErmordung des Königs Albrecht. Daher wurden ihm alleseine Güter entrissen. Die Herrschaft Balm kam der Reihe nachan mehrere adelige Herren und zuletzt an Solothurn. Mit derZeit hatte die Burg arg gelitten. Solothurn gab sie mit der Herr-schaft zu Lehen. Die Lehenleute bezogen die Einkünfte in der„Dohlenvogtei", ließen aber die Burg so zerfallen, daß jetzt nurnoch schwache Mauerreste davon übrig sind.
36. St. Bercna.
Zur Zeit, als St. Urs und Viktor nach Solothurn kamen,erschien aus fremdem Lande auch eine fromme Jungfrau, namens |Verena. Sie war aus dem fernen Afrika zuerst nach Mai-