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entschwunden. Beide Mangel haben in der Wortbildnngslehre ein sehr wirk-sames Gegenmittel.
Mit der gebotenen Auswahl des grammatischen Stoffes ist zugleich einannähernd konzentrischer Aufbau für die drei Jahre ermöglicht. Die Wort-bildungslehre z. B. kommt durch alle drei Jahre zur Geltung; das vierteSchuljahr bringt die Wortbildung durch Zusammensetzung, das folgende dieWortbildung durch Ableitung und das sechste die Bildung von Wortfamilien.Dass es so eher möglich werden sollte, iigsprachlicher Bildung etwas nach-haltig auf den Schüler einzuwirken, liegt auf der Hand.
Aber wie erklärt sich nun der grössere Umfang dieses Abschnittes,wenn doch der eigentliche Lehrstoff um ein ziemliches reduzirt wurde?Antwort: Es ist das Übungsmaterial um ein bedeutendes vermehrt worden.Die Aufbringung desselben ist nämlich gar oft eine sehr umständliche, zeit-raubende und überdies nicht gerade geisterquickende Sache, und da dieAnsprüche, welche das Leben sonst noch an die Lehrer macht, vielfach garweitgehender Natur sind, so hielt ich es fürs passendste, die Aufgaben nichtbloss im allgemeinen anzudeuten, sondern auch, wo dies wohl anging, aus-führlichen Übungsstoff zu bieten, und wenn auch der Umfang des Buchesum ein erhebliches vermehrt wurde. Verlegen um bezügliches Materialkonnte ich im allgemeinen nicht sein, da die aargauischen Lehrmittel vonEberhard im grammatischen Teile speziell nach diesen Rücksichten bearbeitetsind. Aus ihnen ist denn auch ein grosser Teil des Übungsmaterials herüber-genommen worden.
Sollte sich nun, trotz der vorgenommenen Reduktion des eigentlichenLehrstoffes, doch ergeben, dass auch so noch die Aufgabe fürs vierte Schul-jahr eine zu weitgehende ist, so ist ja immerhin noch eine Vereinfachunggedenkbar. Es könnte im Notfall die Rechtschreibungslehre oder wenigstensein Teil derselben, so schätzenswerte Dienste sie auch der Orthographieleistet, weggelassen werden, ohne dass die eigentlich grammatikalischeKenntnis und die von ihr abhängige tiefere Erfassung der Sprache wesent-lich beinträchtigt würde.
Zum Schlüsse bemerke ich noch, dass der Orthographie das neue Recht-schreibebiichlein des schweizerischen Lehrervereins zu Grunde gelegt wor-den ist.
Zürich, im Dezember 1881 .
G. Giittikor.
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