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Lesebuch für die Oberklassen der Primarschulen (das 6., 7. und 8. Schuljahr) des Kantons Solothurn / bearb. im Auftr. des Erziehungs-Departementes des Kantons Solothurn durch die kantonale Lehrmittelkommission
Entstehung
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Später rammten die Bewohner Pfähle in den Seeboden ein underrichteten darüber Hütten, Pfahlbauten geheißen. Meist bildetenmehrere Hütten ein Pfahldorf. In den Schweizerseen gab es über200 Pfahldörfer. Auch im Aschi- und Jnkwilersee erhoben sich Pfahl-bauten. Die Pfahlbauer ernährten sich von Jagd und Fischfang,von ihren Herden und vom Getreide, das sie am Ufer anbauten.Die meisten Pfahlbauten gingen später durch Feuer zugrunde.

Zur Zeit Christi wohnten zwischen dem Jura und den Alpen,dem Genfer- und dem Bodensee die Helvetier. Bon ihnen erhieltdas Land den Namen Helvetien. Sie lebten in 12 Städten und400 Dörfern. Ihre Hauptstadt war Aventicum (Avenches). DieHelvetier betrieben Jagd und Fischfang, Viehzucht und Ackerbau.

Mit der Zeit mißfiel ihnen das rauhe Land. Unter dem An-führer Divico zogen sie 58 v. Chr. nach Gallien (Frankreich). Schonwaren sie bis Bibrakte vorgedrungen. Hier holte sie ein römischesHeer unter Julius Cäsar ein. Es kam zu einer heftigen Schlacht;die Helvetier unterlagen. Die Überlebenden mußten in ihre Heimatzurückkehren und die vor dem Auszug verbrannten Ortschaften wiederaufbauen.

2. Helvetien unter den Römern und den Franken.

Die Helvetier gerieten jetzt unter die Herrschaft der Römer.Sie mußten römischen Soldaten und Beamten gehorchen. Die Römerförderten in Helvetien Ackerbau, Gewerbe und Handel, sogar Kunstund Wissenschaft. Rasch blühten die Städte Aventicum, Vindo-nissa (Windisch) und Augusta Raurica (Basel-Augst) auf. AuchSalodurum (Solothurn) war ein ansehnlicher Ort.

Die Römerherrschaft dauerte 450 Jahre. Da stürmten deutscheVölker heran und nahmen unser Land in Besitz. Im Nordostenließen sich die Alamannen nieder, im Westen die Burgunderund südlich des Gotthard die Langobarden. Die Alamannen be-hielten ihre deutsche Sprache bei; die Burgunder und Langobardenhingegen nahmen die romanische Sprache der unterworfenen Bewohneran. Daher wird jetzt in der Inner-, Nord- und Ostschweiz deutsch,in der Westschweiz f r a n z ö s i s ch und im Tessin i t a l i e n i s ch gesprochen.In Graubünden entstand durch Vermischung des Rätischen mitdem Lateinischen die räto-romanische Sprache; sie wird jetzt nochin einigen Tälern gesprochen.

Später eroberten von Frankreich her die wilden Franken unserLand. Zur Zeit der fränkischen Herrschaft regierte besonders Kaiser