IV
ethische, die Bildung von Gemüt, Phantasie und Charakter anstrebt,etwas mehr Raum als bisher gewährt werden darf.
Die neue Auflage kommt den Wünschen der Abgeordnetenversamm-lung in weitgehender Weise entgegen, wenn auch nicht in vollem Umfang,schon mit'Rücksicht darauf, daß realistische Lehrmittel, welche Lehr- undLesestoff vereinigen, noch nicht bestehen. Die Zahl der Erzählungen,Idyllen, Fabeln, Sagen,. Märchen ist erheblich vermehrt worden; inden Abschnitten mit Bildern aus der Geschichte, Natur- und Erdkundeist die Zahl vorwiegend belehrender Stücke reduziert: dafür ist auchhier die Form der Erzählung und des Berichtes über persönliche Erleb-nisse, weil anschaulicher und unmittelbarer zum Gemüte sprechend, viel-fach vertreten.
Die Anlage ist etwas vereinfacht, indem die Idyllen den Erzählungen,die Biographien den Bildern aus der Geschichte an- und eingegliedertfind. Nach dem Wunsche der Kapitel ist die Zahl der Biographienstark reduziert, indem diejenigen weggelassen wurden, welche in dem inden meisten Sekundärschulen eingeführten Geschichtslehrmittel von Ernstberücksichtigt sind, und solche, die dem Interesse und Verständnis derSchüler etwas fernab liegen.
Die 62 Erzählungen und Idyllen des ersten Abschnittes sind so-angeordnet, daß ungefähr die Hälfte (Nummer 1—32) für die erste,die übrigen für die zweite und dritte Klaffe sich eignen dürften. Inner-halb dieser zwei Abteilungen sind die einzelnen Numinern so gruppiert,daß nach Inhalt und Stimmung Verwandtes zusammengestellt ist. DerWunsch nach Aufnahme einiger größerer Erzählungen ist erfüllt. Lese-stücke größeren Umfangs sind zur leichtern Übersicht in Unterabschnittegegliedert. Nach dem Beschluß des Erziehungsrates sind auch einigekleinere Stücke aufgenommen, die den Abstinenzbestrebungen entgegen-kommen. Die Erzählungen und Schilderungen aus dem Tierreich sindso ausgewählt, daß die Pietät für „die andern, armen Geschlechter derkinderreichen lebendigen Erde" in unaufdringlicher Weise geweckt wird..Die mundartlichen Erzählungen, sowie die Proben älterer Prosa vonLuther und Tschudi geben Anlaß zu lehrreichen Vergleichungen mit der'heutigen Schriftsprache. An der Stelle einer Reihe von Abhandlungenist das Sprichwort in mehrfacher Behandlung zu Ehren gezogen worden.