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Deutsches Lesebuch für Sekundarschulen / von H. Utzinger
Entstehung
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und unsere Kinder verurteilt wären, als Untertanen zu leben dennUntertanen würden wir sein, wenn wir die Angelegenheiten unseresLandes nicht mehr selbst leiten könnten wenn wir unsere Habeder Plünderung ausländischer oder innerer Feinde hingeben müßten:könnten wir sagen, daß wir noch ein Vaterland besäßen? Wo wärender Friede des häuslichen Herdes, die Freuden der Familie, dienationalen Festlichkeiten? In unsern Herzen wäre nur noch Platzfür die Trauer und den Schmerz. Der heimatliche Boden würde unssogar verhaßt, und wir würden ihn verlassen, wenn wir könnten,erfüllt von der unauslöschlichen Traurigkeit der Menschen, welchekein Vaterland mehr haben. Numa Droz.

3. Das Buch.

Wer nicht liest, der lebt nicht, Er ist nicht in der Welt, undob er in den Himmel komme, ist eine Frage.. Ehemals stand dasfreilich anders, als jetzt. Wer aber ein Buch in die Hand nimmt,der lasse sich sagen, was für ein Werk das Buch sei. Es ist denWunderwerken, die von Menschen gemacht sind, beizuzählen; nennenwir es das achte; denn die Alten haben sieben gezählt. Ein Buchist eine Brücke, über den Strom der Zeit gebaut, da wir alle Tagedie vor hundert und tausend Jahren Gestorbenen zu uns Lebendenkommen und unter uns wandeln sehen, als lebten sie noch. EinBuch ist ein Band, um alles, was liest, geschlungen, und stiftet eineLebensgemeinschaft, so innig und so umfassend zugleich, wie keineeinzige andere. Die Kaufmannsschiffe bringen Kaffee und Tee, Baum-wolle und Seide, Gold, Silber, Eisen und anderes viel, was wir fürunsern Leib brauchen; aber was unser Geist braucht, wovon derlebt, das führen die Bücher uns zu von nah und fern. Durch einBuch spricht der Weise zu den Weisen und die es werden wollen,ehe sie greisen; freilich ein Tor zuweilen auch zu Toren und die esbleiben; spricht ferner das erfahrene Alter zu der Jugend und zuKindern selbst, wenn sie lesen können. Das Buch spricht und lehrtmitsprechen; es lehrt sprechen. Das Buch zieht den Kleinen groß,bringt den Niedrigen empor, erweitert einem jeden die Welt, daßer ferne Dinge zu sehen bekommt und zu hören, wie hinter denBergen und jenseits des Wassers auch Leute wohnen. Ein Buch