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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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180
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Bekanntlich wird von Deutschland aus starker Kornliandel

mit der Schweiz getrieben. Ein großer Teil des Getreides

kommt über Friedrichshafen zu Schiff nach Romanshorn. Statt

nun am deutschen Ufer die Ware von der Eisenbahn auf

das Dampfboot hinüber und dann in Romanshorn wieder vorn

Schiff auf die Bahn zu verladen, beläßt man die Kornsäcke

in den Güterwagen und schiebt diese auf den Rücken des

großen Trajektschiffes hinaus, das mit ihnen ruhig über den

See spaziert und sie am Schweizerufer wieder abgibt.

Die sichersten und vollständigsten Angaben über den '

Tagesverkehr der Eisenbahnen und Dampfschiffe, sowie auch -i

der Posten findet man in dem jährlich zweimal zur Ausgabe

gelangenden Kursbuch; laß dir vorn Lehrer ein solches Fahr-

biichlein vorzeigen und erklären! i

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12. Die Bevölkerung der Schweiz.

Die Schweizer bilden zusammen ein Volk und sind durch jihren Bund und ihren Eid zu einer Eidgenossenschaft ver- jeinigt. Nach ihrer Abstammung gehören sie zu zwei große» jVölkerfamilien. Die nördliche, nordöstliche und mittlere Schweiz jist bewohnt von Nachkommen der alten Germanen, wäh- krend die Bewohner der westlichen und südlichen Schweiz von Iden Romanen abstammen. Daher rührt auch die-Ver- 4schiedenheit der Sprache. Die von den Germanen abstam- *menden Volksteile sprechen deutsch ((59,7%); die Schweizer |romanischen Ursprungs sprechen teils französisch (22,4%), fteils italienisch oder rliätoromanisch (7,9%). Zur iprotestantischen Konfession bekennen sich gegen 58 %, |zur katholischen gegen 42 % der Bevölkerung; J u den {gibts über 12500 in der Schweiz. I

Unter den Bewohnern der Schweiz, deren Zahl über Jj3 (Millionen beträgt, gibt es auch viele Ausländer <12 °/o), meist |Angehörige der Nachbarstaaten. Nicht minder groß ist die jjZahl der Schweizer, welche im Auslande sich niederließen. IDie Vielgestaltigkeit des Landes und die Verschieden- 1artigkeit des Klimas und der Bodenerzeugnisse haben einegroße Mannigfaltigkeit in der Beschäftigung des Volkes her-vorgebracht. Die alten Schweizer am Waldstättersee warenHirten, Jäger, Schiffsleute und im Notfalle Krieger. Heute er-nährt sich nicht viel mehr als % der Bevölkerung vorn Land-bau und von der Viehzucht; nahezu % des Volkes üben eineindustrielle Thätigkeit aus.