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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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ganz ruhig anfangen, ein neues Haus zu hauen, könntet herz-haft darin essen, trinken und schlafen, his ihr groß und starkgeworden; denn ihr Hättet von jetzt an noch 25 Jahre Zeit,his die tödliche Kugel anlangte.

Die Sonne gibt uns Licht, Wärme und Fruchtbarkeit.Sie segnet und erquickt alles, das von ihrem milden Antlitzbeschienen wird. Darum ist allgemeine Freude in der ganzenNatur, wenn sie am frühen Morgen erscheint.

Die Planeten. Wie eine freundliche Mutter im Kreiseihrer Kinder steht und sie in Ordnung hält, so steht auch dieSonne in einem Kreise von Weltkörpern, die man Planetennennt. Diese bewegen sich jahraus und jahrein um ihreMutter und empfangen von ihr das freundliche Licht und diebelebende Wärme. Sie sind von Natur dunkle Weltkörper,und was wir an ihnen glänzen sehen, ist Sonnenschein, derwie aus einem Spiegel zu uns zurückstrahlt. Zwei dieserPlaneten sind der Sonne näher als die Erde. Es sind diesder Merkur und die Venus, welch letztere uns baldals Morgenstern, bald als Abendstern erscheint. Sie folgt denganzen Tag der Sonne und wird von ihrem Lichte bestrahlt;erst wenn die Sonne untergegangen ist, wird die Venus amAbendhimmel in ihrem vollen Glänze sichtbar. Weiter überdie Erde hinaus kreisen um die Sonne der Mars, der J u -piter, Saturn, Uranus und Neptun.

Der Mond ist die freundliche Leuchte der Nacht. Ergleicht einem Hirten, der jeden Abend eine zahllose Herdeauf die Weide führt, die goldenen Sterne. Als Hausfreundscheint er durch helle Fensterscheiben in die Schlafkammernder Menschen, und wenn wir seine volle Lichtscheibe beob-achten, so bemerken wir neben dem hellen Lichte auch blässereFlecken, und beim wachsenden oder abnehmenden Mondeerscheint sein Rand gezackt. Durch die Ferngläser haben dieSternkundigen auf ihm hohe Gebirge und zwischen denselbendunkle Vertiefungen und Thäler entdeckt, durch welche dieverschiedene Beleuchtung der Scheibe hervorgerufen wird.Der Mond bewegt sich beständig um unsere Erde und mitderselben um die Sonne. Zur Vollendung seines Laufes umdie Erde braucht er einen Monat; während desselben zeigter sich uns in vier verschiedenen Gestalten. Wenn der Mondzwischen der Sonne und Erde steht, dann ist seine beleuchteteHälfte oder seine Tagseite von uns abgewendet; seine Nacht-seite schaut zu uns herab. Der Mond ist dann für uns un-