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And täglich 1200 Portionen Brot und Fleisch unter die Überlebendenverteilen ließ. Die ganze Schweiz und einige fremde Länder bezeugtenihre Teilnahme durch milde Gaben, und der edle MenschenfreundPcstalozzi wurde den zahlreichen Waisenkindern, die er im Ursuliner-Aoster in Stans sammelte, ein zweiter Vater.
Durch die Gewalt dazu gezwungen, mußte nun Nidwalden dengeforderten Eid leisten.
39. Die Schweiz als Kampfplatz fremder Heere.
Im Jahre 1799 verbündeten sich mehrere europäische FürstenZu einem Kriege gegen Frankreich. Sie wollten auch die Fran-zosen aus unserem Vaterlande vertreiben. Daher rückten zwei öster-reichische Heere in die Schweiz ein, das eine von Tirol her, dasandere über Schafshausen. Die Franzosen wurden von denselbenbis Zürich zuriickgedrängt und am 4. Juni daselbst geschlagen.Schon jubelten die Freunde der alten Ordnung; denn sie hofften,vom Joche der verhaßten Franzosen befreit zu werden. Allein dieseerrichteten am A l b i s ein festes Lager und rüsteten sich zu neuemKampfe.
Zwei Monate lang lagen die Österreicher und Franzosen ein-ander unthätig gegenüber. Da wurde eines der österreichischen Heereaus der Schweiz abberufen. An seine Stelle trat ein russisches.Gleichzeitig zog unter dem General S u w a r o w von Italien herüber die Alpen ein zweites russisches Heer heran. Die Franzosensuchten nun die Verbindung der beiden russischen Heere zu verhindern.Daher setzten sie eine Abteilung ihres Heeres während der Nachtbei Dietikon auf das östliche Ufer der Limmat und besiegten dannam 25. und 26. September bei Zürich die Russen in heftigerSchlacht. An den gleichen Tagen wurde bei Schannis auch dasösterreichische Heer geschlagen. Die Russen und Österreicher mußtennun die Schweiz räumen.
Am Tage der zweiten Schlacht bei Zürich erdröhnten auch dieHochalpen vom Donner der Kanonen. Mit gewaltigem Heere rückteSuwarow über den Gotthard heran. In blutigen Kämpfen besiegteer die Franzosen auf der Paßhöhe, am Urnerloch und anderTeuselsbrücke und trieb sie thalabwärts. Unter fortwährendemKampfe gelangte er nach Flüelen. Da er hier weder Schiffe,noch dem See entlang einen Weg fand, zog er unter unsäglichenMuhen und Gefahren über den Kinzigpaß ins Muotathal. Hierverwehrten ihm die Franzosen den Weg nach Schwpz. Daher mar-schierte er über den P r a g e l p a ß nach Glarus. Als ihm dieFranzosen auch hier den Ausgang versperrten, trat er den gefährlichen