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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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Schutze ihres Gebietes und ihrer Religion, unter sich einen Son-de r b u n d.

Als derselbe in der übrigen Eidgenossenschaft bekannt wurde,erregte er tiefen Unwillen. Doch alle Versuche, die sieben Kantonezum Ausgeben ihres besondern Bündnisses zu bewegen, waren er-folglos. Da erklärte die Tagsatzung den Sondcrbund als aufge-löst, weil der Bundesvertrag von 1815 Sonderbünde unter den Kan-tonen verbot.

Allein statt diesem Beschlusse zu gehorchen, rüsteten sich dieSonderbundskantone zum Kriege. Der schon früher ernannte Kriegs-

stellte ein Heer von 37'000 Mann aus. Dasselbe sollte von47'000 Mann Landsturm unterstützt werden. Den Oberbefehl überdiese Streitkrüste übertrug man dem Graubündner Salis-Soglio.

Da die sieben Stände ihren Sonderbilnd nicht freiwillig auf-geben wollten, beschloß die Tagsatzung 1847 die Auflösung desselbennur Waffengewalt. Zu diesem Zwecke berief sie fast lOOUOO Mann51t den Waffen und ernannte den Obersten Heinrich D ü s 0 u rvon Genf zum General des eidgenössischen Heeres.

Nasch und besonnen ergriff Düfour seine Maßregeln. Mit einerHeeresabtcilung umzingelte er zuerst das vereinzelte Freiburg undzwang es zur Übergabe. Hierauf wandte er sich mit der Haupt-macht gegen Luzern, den Vorort des Sonderbundes. Am 23. No-vember kam es bei Gislik 0 n und Meierskappel zum ent-scheidenden Kampfe. Anfänglich war das sonderbündische Heer imVorteil. Nach sechsstündigem Treffen jedoch mußte dasselbe seinegünstige Stellung aufgeben und sich nach Luzern zurückziehen. Die^tadt kapitulierte, und Düfour hielt am folgenden Tage an derspitze einer Heeresabteilung seinen Einzug in dieselbe. Hierauf unter-warfen sich auch die andern Sonderbundskantone., indem sie vonihrem besondern Bündnis zurücktraten. Damit hatte der beklagenswertelöürgerkrieg ohne großes Blutvergießen ein rasches Ende gefunden.Es war dies hauptsächlich das Verdienst des wackern Generals Dü-four. Daher wurde er mit vielen Ehren ausgezeichnet und in Liedernbesungen.

42. Die Bundesverfassung von 1848.

Nach dem Sonderbundskrieg fand die Mehrheit des Schweizer-volkes, daß der Fünfzehner-Bund nicht mehr genüge. Daher er-hielt eine Anzahl Männer den Auftrag, ein neues eidgenössischesGrundgesetz zu entwerfen. Dieses wurde dann in allen Kantonen