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Der schönste Schmuck der Pflanze ist die Blüte. Kelchund Blumenkrone, Staubblätter und Stempel sind Teile derselben.Die beiden ersten umhüllen und schützen die zwei andern gegenFrost und Wind, Kelch und Krone fehlen zuweilen. Nie aberdürfen Staubblätter und Stempel fehlen, wenn die Pflanze Früchtetragen soll. Das Staubblatt hat einen Staubfaden und einenStaubbeutel. In diesem reifen die staubartigen Pollenkörner. AmStempel unterscheidet man den Fruchtknoten, den Griffel unddie Narbe. Auf die Narbe fallen die zierlichen Pollenkörner.Daraus wachsen zarte Fäden hervor, welche durch den Griffelin den Fruchtknoten hin ab drin gen und die Eilein zu weitermWachstum erregen.
Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich die Frucht. Die Wein-beere, das Gerstenkorn, die Mohnkapsel, die Bohnenhülse und dieLewatschote sind Früchte. Die Kirsche ist eine Steinfrucht. DerAhorn trägt Flügelfrüchte, der Kümmel Teilfrüchte. Der Apfelbesteht größtenteils aus der fleischig gewordenen Kelchröhre, diekugelige Zapfenbeere des Wackholders a.us den verwachsenenFruchtschuppen. Bei der Erdbeere stecken die vielen spitzigenFrüchtchen im fleischig gewordenen Blütenboden, dem Ende desBlütenstieles. Die Brombeere ist aus mehrern Früchten zusam-mengesetzt. Die Frucht enthält einen oder mehrere Samen.
Viele Pflanzen bringen in ihrem Leben nur einmal Frucht.Genügt ihnen hiezu ein einziger Sommer, so nennt man sie ein-jährig; zweijährig heißen sie, wenn sie erst im zweitenJahre Samen erzeugen. Ausdauernde Pflanzen tragen inihrem Leben mehrmals Früchte. Zu welcher Abteilung gehörtdie Bohne ? die Mohre? der Apfelbaum ?
4. Der Weinstock.
Kleinasien ist die Heimat des Weinstockes. Dort kannman ihn heute noch wild treffen. Frankreich ist das erste Wein-land der Erde. Ihm folgt Ungarn. Griechenland liefert uns diegetrockneten Weinbeeren oder Rosinen. Die Schweiz erzeugtauf 32’940 Hektaren Rebland im Durchschnitte jährlich über1 Million Hektoliter Wein, etwa 2 /ä des Bedarfs.
Die Rebe ist ein kletternder Strauch mit tiefgehender Haupt-und weitausgreifenden Nebenwurzeln. Der Stamm und die älternÄste sind knorrig. Die Rinde stirbt alljährlich ab und umhülltdann, in lange Fasern zerteilt, den saftreichen Bast. Die ein-jährigen Triebe oder Schosse (a) sind dick, knotig und groß-