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Flüssigkeit abgenommen, werden diese Häute zu elastischen Klum-pen geformt, welche das Volk Käse nennt. Beim Kochen setztsich aus der Milch ein wachsartiger Stoff zu Boden, aus demman Kerzen bereitet.
Aus dem Milchsaft des Upasbaumes in Ostindien bereitetder Wilde das Pfeilgift. Der Milchsaft anderer verwandter Bäumeerhärtet an der Luft und bildet eine Art von Kautschuk. Dochden besten und meisten Kautschuk, der in neuester Zeit die aus-gedehnteste Verwendung gefunden hat, liefern tropische Milch-saftbäume , welche nicht mit unserer Nessel, sondern mit derWolfsmilch verwandt sind.
9. Nachtschattengewächse.
Die bekannteste und nützlichste Pflanze dieser Familie istder knollentragende Nachtschatten, Erdapfel oder Kartoffel
genannt. Sie stammt aus Süd-amerika und wird bei uns erstseit 100 Jahren in größererMenge gebaut. Von den ver-wandten Arten unterscheidetsie sich durch die ungleich-unpaarig - gefiederten Blätter,die gelbgrüne Beere und na-mentlich durch die vorn Stengelin die Erde gehenden Aus-läufer, deren Endknospen sichzu mehligen Knollen verdicken.
Auf Schutthaufen trifft manhie und da den ebenfalls ausAmerika stammenden schwar-zen Nachtschatten mit un-geteilten Blättern und kleinen,schwarzen Beeren. Er ist wiedas als Halbsträuchlein in Ge-büschen wachsende Bitter-süß mit roten Beeren einegefährliche Giftpflanze.
Die Tollkirsche (Bella-donna) ist ein meterhohes Krautmit großen Blättern, braunen, glockigen Blüten und blauschwarzenBeeren. Das Gift dieser Pflanze bewirkt u. a. eine Erweiterung
Tollkirsche.