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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschule des Kantons Basellandschaft
Entstehung
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Alles das und noch viel mehr konnte ich von derPfalz aus betrachten. Meine Begleiter führten denerstaunten Vetter aber immer weiter und immerneuen Merkwürdigkeiten zu. Sie zeigten ihm übereiner Pforte der Kirche das in Stein gehauene soge-nannte Glücksrad.Siehst du", erklärte mein VetterAdam,wie die Menschen auf der einen Seite desRadumfanges hinaufklimmen, dann die Höhe erreichenund auf der andern Seite des Umfanges wieder indie Tiefe fallen? Du mußt dir denken, das Rad seiim Rollen begriffen, und der Bildhauer wolle damitden Wechsel andeuten, dem die Menschen in gutenund bösen Tagen unterworfen sind." Ich verstandmeinen Better.

Wir traten wieder an die Vorderseite der Kirche,um uns noch einmal am Anblicke der beiden Türmeund der Bilder an dieser Seite zu erfreuen. Hei,wie da am Georgsturm der Ritter St. Georg demDrachen den Speer in den Rachen stößt! Ein fried-licheres Bild sehen wir am Martinsturm. Hier zer-schneidet der gutherzige St. Martin mit dem Schwerteseinen kostbaren Mantel, um mit einem Teil desselbendie Blöße des Armen zu decken, der ihn anfleht.

Doch weiter. Wir nahmen Abschied vom Münster-platz und setzten unsere Wanderung durch die Augu-stinergasse fort. So gelangten wir an den Rhein-sprung, wo meine Vettern mich die zwei schönenPaläste, dasWeiße Haus" und dasBlaue Haus",bewundern ließen. Der Rheinsprung wurde hieraufin jähem Lause zurückgelegt. Ich blieb zwar hintermeinen etwas langbeinigen Vettern zurück,' alleinbeim Rheintor trafen wir uns wieder, und baldstanden wir auf der Rheinbrücke.Jetzt kehr' dich,