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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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tal das alles gehorchte ihm. Aber er konnte sich seinerMacht doch nicht recht erfreuen: Er hatte keine Kinderund wusste zum voraus, dass nach seinem Tode das, waser und seine Ahnen während Jahrhunderten erkämpft underworben hatten, in viele Teile zerrissen werde. Schonlauerten die Erben auf sein Ende. Im Jahre 1436 starber auf seinem Schlosse zu Feldkirch. Sein Leichnam wurdeins Kloster Rüti im Zürcherland gebracht, wo schon drei-zehn seiner Vorfahren begraben lagen. Als der letzte sei-nes Geschlechtes wurde er mit Helm und Schild beigesetzt.

Die Grafen von Werdenberg und von Sargans.

Wie die Grafschaften entstanden. Um das Jahr 1200lebte ein mächtiger Graf auf der Burg Montfort bei Götzisim Vorarlberg. Ihm gehörte das ganze Rheintal auf beidenSeiten des Flusses, vorn Bodenseebis hinauf zu den Bündnerbergen.

Die Leute, die in den Dörfern undWeilern des Tales wohnten, warenseine Untertanen. Sie mussten ihmund seinen Vögten jedes Jahr einengrossen Teil von dem, was aufihren Feldern wuchs und was sieim Stalle hatten, als Steuern undAbgaben bringen. Als er starb,teilten seine zwei Söhne den Be-sitz unter sich. Der ältere blieb aufder Montfort und bekam das Landauf der rechten Seite des Rheines;der jüngere aber nahm Abschied von der Burg des Vatersund zog über den Rhein auf das Schloss Werdenberg. Alsnun der Werdenberger Graf starb, teilten seine zwei Söhnedas Erbe schon wieder, Hugo, der ältere, nannte sich Grafvon Werdenberg; Hartmann, der jüngere, wurde Schloss-

- 5 ,«.

Schloss Werdenberg.