und halte dann in ihnen Wacht,wenn sie versöhnt sich dir empfehlenam heil’gen Tag, den Gott gemacht.
6. Die dich ersehnt, die lieben Kleinen,o Weihnachtsengel, segne sie,und lass’ sie lachen, lass' sie weinenvor Freude heute wie noch nie!
Und wartet ernste Zeit der Jungen:
Sie haben einmal dann gelacht,und haben einmal doch gesungen:
„Dies ist der Tag, den Gott gemacht.“
G. Steiger.
6. Das Glück durch die Gelbwurst.
Der alte Tuchfabrikant Keller pflegte gerne folgende Ge-schichte zu erzählen:
„Ich war erst kurze Zeit aus der Fremde zurück und hab’mein eigenes kleines Geschäft angefangen. Da war die LeipzigerOstermesse, und ich reise hin und nehme einen Kreditbrief von1000 Speziestalern mit. Das war, wenn man alle Winkelchenzusammenkehrt, mein ganzes Vermögen; ich war aber jung undgesund, und was glaubt man da nicht mit 1000 Speziestalernmachen zu können! Ich reise also mit nach Leipzig und gebemeinen KreditbriA im Hause „Frege und Comp.“ ab. Der alteFrege lässt meinen Namen in sein Buch einschreiben und wünschtmir gute Geschäfte.
Ich sehe aber bald, dass sich mit tausend Talern nicht vielmachen lässt. Was tut’s? Geht nicht viel, so geht wenig; „besserleiern, als feiern“, sagt das Sprichwort. Ich suche mir also einePartie Wolle aus und gehe hin, um mein Geld zu holen. Da sagtmir der alte Frege, es sei gut, dass ich komme; er habe nichtgewusst, wo ich logiere. Ich hätte das gerne nicht gesagt, da ichwieder, wie einst als Handwerksbursche, in der Herberge wohnte.„Nun“, sagte der Herr Frege, „essen Sie morgen Mittag bei mir;Sie werden da noch grosse Gesellschaft finden.“ Ich konnte nichtsRechtes darauf erwidern und geh’ weg.
Ich erkundigte mich nun, was man bei einer solchen Ein-ladung zu tun hat und was dabei herauskommt. Man sagtemir, dass es Sitte sei, dass jedes grosse Handlungshaus seineEmpfohlenen durch eine Einladung, wie man sagt, abfüttert, dass