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und schon empfinden wir der Sel’gen Schauer —ein Tag nur noch!
Im Flug enteilt ihr, dieses Lebens Stunden;dem bangen Traum von schnödem Schein und Trug,den ihr gebracht, folgt ewiges Gesunden —enteilt im Flug!
Wohl lieb’ ich euch, o Heimatfiuren, traute,an Berg und Tälern, Seen und Strömen reich,wo ich zuerst der Erde Wonnen schaute —noch lieb’ ich euch.
Doch droben nur, da erst sind Wunderwonnen;da liegt des Friedens immergrüne Flur;da rauschen ew’ger Gottesliebe Bronnen —ja droben nur!
Letztes Gedicht von Otto Sutermeister.
19. Erbarmen.
Wohl vor dem Fenster im Bauersitzt ein Vöglein im Regenschauer;hinaus tat’s das Mägdlein im Sonnenschein. NNun stürmt’s, und sie holt es erbarmend herein.
„Hand Gottes!“ bet’ ich in Trauer —
„Längst stürmt’s um mich, fehlt mir der Sonne Schein!Hand Gottes! hol’ mich erbarmend herein!“
Justinus ICerner.
20. Die versunkene Krone.
Da droben auf dem Hügel,da steht ein kleines Haus;man sieht von seiner Schwelleins schöne Land hinaus.
Dort sitzt ein freier Baueram Abend auf der Bank;er dengelt seine Senseund singt dem Himmel Dank.
Da drunten in dem Grunde,da dämmert längst der Teich;