Bund ausgenommen worden, freilich ohne daß Österreich beim Friedens-schluß auf seine Rechte verzichtete. Das tat es erst nach den Schlachtenvon Sempach und Näfels, worauf sich dann Glarus durch Loskauf auchvon der Grundherrschaft des Klosters Säckingen frei machte.
Bern.
Gründung und Entwicklung. Bern hat sich nicht, wieandere Orte, nach und nach zu einer Stadt entwickelt, sondern ist schonals Stadt gegründet worden und zwar vom letzten Zähringerherzog,hundert Jahre vor dem ersten Bund der Waldstätte. Nach dem Todedesselben wurde es freie Reichsstadt; aber es mußte, wie die Waldstätte,seine Reichsfreiheit Jahrzehnte lang selber schützen und schirmen und zwargegen denselben Feind, gegen Österreich. Dies gelang ihm auch mitdemselben Erfolge: es behauptete seine Reichsfreiheit. (Schlacht amDonnerbühl.)
Nachdem sie so erstarkt war, kehrte die Stadt den Spieß um undmachte die ersten Gebietserwerbungen auf kriegerischem Wege. Das ver-wickelte sie aber in einen Krieg mit dem dadurch bedrohten, umliegendenAdel. Entscheidungsschlacht: 1339 bei Laupen. Aus Berns Seite kämpftenauch Truppen aus Svlothnrn und den 3 Waldstätten, mit denen die Stadtschon damals zeitweilig verbündet war.
B e r a n l a s s u n g z u m ewigen Bund: Um sich die durch denSieg bei Laupen errungene Stellung zu sichern, schloß Bern auch einBündnis mit Österreich. Das hatte zur Folge, daß die Stadt im KriegeÖsterreichs mit Zürich gegen Zürich und die Waldftätte ins Feld rückenmußte. Einen solchen zwiespältigen Bundesgenossen aber konnten undwollten die 3 Waldstätte sich nicht gefallen lassen. Bern mußte sich ent-scheiden, ob es künftig zu den Waldstätten oder zu Österreich halten wolle.Es entschied sich für die ältern und bewährten Bundesgenossen, und so kam1353 der ewige Bund Berns mit den 3 Waldstätten zustande. Damitwar der Ring der VHI-örtigcn Eidgenossenschaft geschlossen und blieb esmehr als 100 Jahre lang.
D i e B u n d e s f o r m.
Diese V11I-örtige Eidgenossenschaft war nicht, wie die heutige, einfestgefügter Bundesstaat, sondern ein loser Staatenbund. Die einzelnenBünde waren sehr ungleich, und es gab keinen gemeinsamen Bund, deralle Bundesglieder in gleicher Weise verpflichtet hätte.