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Trommelfell tf abgeschlossen. Es ist ein kreisförmiges, straff gespanntes,sehr empfindliches Häutchen von 0,1 Millimeter Dicke.
Das mittlere Ohr besteht aus der Pauken- oder Trommelhöhle ph,der Ohrtrompete ot und den Gehörknöchelchen. Die Paukenhöhle ist einunregelmäßiger Raum im Felseubeiu, der mit einer feinen Schleimhaut aus-gekleidet ist. Ihre Fortsetzung ist die Ohrtrompete, ein feiner Gang, deretwa 2,5 Centimeter lang ist, sich tronipetenartig erweitert und in die Gaumen-höhle führt. Durch die Ohrtrompete wird Schleim aus der Paukenhöhleabgeführt und der Luftdruck zwischen dem äußern und mittlern Ohr aus-geglichen. Warum ist das nötig? In der Paukenhöhle liegt das feine Hebel-werk der drei Gehörknöchelchen. Der Hammer h ist mit seinem dünnenStiel am Trommelfell festgewachsen. Sein Kopf ist in den Amboß a ein-gelenkt und dieser selbst steht mit dem Steigbügel 8 in Verbindung.
Der Steigbügel berührt das ovale Fensterchen des innern Ohres.Es hat drei Bogen und viele Windungen und heißt daher Labyrinth. Esist mit Wasser gefüllt, sieht einem Schneckengehäuse ähnlich, ist aber kaumerbsengroß. Im Innern liegt ein wendeltreppenartig gewundener Blätter-streifeu, der Gehörnerv, der ca. 3000 abgestimmte Saiten trägt, von denenjedesmal eine Gruppe erzittert, wenn ihr Ton klingt, wie auch eineKlaviersaite leise tönt, wenn man sie mit ihrem Ton ansingt. Ferner liegenin dem Labyrinth, besonders in den Bogengängen, feine Nervenfäden, welchenicht Töne und Klänge, dafür aber Geräusche empfinden und dem Gehirnzuleiten.
2. Das Ohr empfindet nur Schallreize. Der hörbare Schall selberentsteht, wenn die Luft genügend erschüttert wird. Ich schlage die Stimm-gabel an, streiche die wenig gespannte Violinsaite ; beide Körper geratenin sichtbare Schwingung. Dadurch gerät auch die benachbarte Luft inSchwingungen. Es entstehen Schallwellen, die im Luftmeer fortwogen, bissie unsere Ohrmuschel auffängt und das Trommelfell erzittert. Dieses über-trägt die Bewegung auf die Gehörknöchelchen. Der Steigbügel klopft leiseam ovalen Fensterchen. Das Gehörwasser wird bewegt, der Gehörnervgereizt. Diese Reize und Empfindungen sind unendlich verschieden, und dochunterscheiden und deute» wir sie ganz genau. Wir kennen die Tritte derMutter, das Knirschen des Sandes, das Rasseln der Wagen, das Stampfender Pferde, das Knallen der Peitsche, das Reden und Zurufen bekannterMenschen, das Gebell unseres Hundes, die Schläge der Turmuhr, dasHeulen des Windes, das Plätschern des Regens, die Töne der Trompete,das Spiel der Orgel, den Gesang der Menschen.
3. Trag' Sorge zu deinem Gehör! Blas nie einem Menschen miteiner Trompete oder einem Lärminstrument in die Ohren! Halte dich während