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kämpften in der Folge für die edle Sache, jdie dem Staate den gutenBürger, der Familie den tätigen Hausvater bewahren will. Aber trotzdessen ist der Alkoholkonsum in der Schweiz sehr groß, wenn wir auchnicht vergessen dürfen, daß hiebei der Fremdenverkehr, der unserm Landejährlich ebenfalls über 100 Millionen Franken einträgt — mehr als diegroße Nhrenindustrie — mit einer ordentlich hohen Ziffer beteiligt ist.Zahlen und Zeichnungen sprechen auch hier in beredtester Wese. Wir ent-nehmen den statistischen Erhebungen vom Jahre 1905 folgende Werte:Die Schweiz konsumierte die Jahresproduktion unserer einheimischen Reb-berge, rund 989,000 Hektoliter, den Liter zu 39 Rp. angesetzt, ergibtdas einen Wert von 38 y» Millionen Franken. Nach zollamtlicher Schätzungbetrug die Einfuhr oder der Import ausländischer Weine für 1,330,000Kilozentner zirka 37 Millionen Franken. Bier haben unsere Brauer für40 Millionen Franken hergestellt, d. h. 2,078,509 Hektoliter, davon aus-geführt 18,569 Hektoliter, bleiben für den einheimischen Konsum 2,059,940Hektoliter. Dafür wurden 103,000 Doppelzentner ausländisches Bier imDurchschnittswerte von 2'/- Millionen Franken eingeführt. Geradezu er-schreckend ist der Schnapskonsum. Er beträgt 5,700,000 Kilogramm (ge-wöhnlicher Schnaps) im Werte von 9,689,000 Franken; hiezu kommennoch die feinen Schnäpse, 34,000 Kilozentner im Werte von 1,6 MillionenFranken. Die beigefügten Werte sind Engrospreise ohne Anrechnung vonSpesen und Gewinn, die der Kleinhändler im Verkauf hinzurechnen muß.Nach diesen Angaben beläust sich somit der Alkoholkonsum per Jahr inder Schweiz auf 293 Millionen Franken oder auf 39,3 Franken per Kopfdes Schweizervolkes. Die Hausproduktion an Obstweinen und Schnapsist hiebei nicht mitgerechnet, über 22,000 öffentliche Wirtschaftslokale be-sorgen den Ausschank.