386
druckverteilung abhängt, trägt man in die gewöhnliche geo-graphische Karte eines recht grossen Beobachtungsgebietes diegleichzeitigen Barometerstände ein. Die Punkte gleichen Druckesverbinden wir zu Linien. Sie verbinden also Orte mit gleicherBarometerhöhe. Man heisst diese Linien Isobaren.
Da nun das Luftmeer nicht überall gleich schwer auf der Erdelastet, so haben wir höhere und tiefere Barometerstände. Wo einGebiet niedersten Luftdruckes sich findet, sprechen wir von einembarometrischen Minimum oder einer Depression. Orte dagegen, dieunter dem höchsten Luftdruck liegen, haben ein barometrischesMaximum. Natürlich sucht die Luftdichte sich auszugleichen. SieHiesst von den Orten des Maximums zu denen der Depression undzwar mit um so grösserer Heftigkeit, als der Druckunterschied derOrte ist. Durch diesen Ausgleich entstehen Winde. Ihre Rich-tung wird durch Pfeile, ihre Stärke durch die Befiederung derselbenangegeben. Die Bewölkung ist aus den Pfeilkreislein ersichtlich.
Barometrische Depressionen schreiten gewöhnlich rasch fortund zwar bei uns meist von West nach Ost. Stürmisches,regnerisches Wetter folgt. Barometrische Maxima bringen in derRegel anhaltend schönes Wetter.
4. Zusammensetzung der Luft.
1. „Erde, Wasser, Feuer und Luft sind Elemente“, so lehrtendie Alten. Ein Element ist nach heutiger Erklärung ein einfacherKörper, ein Grundstoff, den wir mit keinem uns bekannten Mittelweiter zerlegen können. So sind Gold, Silber, Kupfer, Schwefel,Blei u. s. w. Elemente. Wir kennen im ganzen 78 Elemente; dochkommen die meisten in so geringer Menge vor, dass 60 derselbenkaum Yj,,,, der gesamten Erdmasse ausmachen. Aus den andern18 sind alle Wunderwerke in Gottes Schöpfung aufgebaut: unsereMutter Erde und alles, was auf ihr lebt, die strahlende Sonne undalle übrigen funkelnden Fixsterne des unermesslichen Universums.
Ein einfacher Versuch soll uns zeigen, ob die Luft ein Ele-ment ist, oder aber aus mehreren Gasarten besteht.
2. Durch eine Korkscheibe stossen wir eine Nadel, steckeneine brennende Kerze auf dieselbe und lassen sie in einem Beckenauf dem Wasser schwimmen. Nun stülpen wir einen Glaszylinderso darüber, dass der Glasrand sich ein paar Zentimeter tief imWasser befindet. Bald wird die Kerzenflamme schwächer; sie er-lischt, und rasch steigt das Wasser mit dem Kork in die Höbe,