404
Rohr Dampf in den Zylinder strömen, so treibt er den Kolben indie Höhe. Nun schliesst man den Hahn H und öffnet den Hahn H uund es spritzt aus dem Gefäss C kaltes Wasser in den Zylinder.Dadurch wird der Dampf kondensiert und ein luftleerer Raum er-zeugt, in den der Kolben K durch den Luftdruck mit um so grössererGewalt hinabgedrückt wird, je grösser seine Oberfläche ist.
Diese Maschine braucht sehr viel Brennmaterial, weil durchdas kalte Wasser die Zylinderwände so abgekühlt werden, dass vondem neu hineingelassenen Dampf viel kondensiert wird, ehe derKolben sich hebt; daher brachte James Watt den Konden-sat o r an. Es führt nämlichaus dem Zylinder B (Fig. 4) einRohr li mit dem Hahn H 2 indas überall geschlossene undgut abgekühlte Gefäss E, denKondensator. Der Hahn H 2wird geöffnet, wenn der Kol-ben K seine höchste Stelle er-reicht hat; dann strömt derDampf aus dem Zylinder B inden kalten Raum E und ver-dichtet sich hier, so dass derZylinder luftleer wird, ohnedass seine Wände abgekühltDg- 4. werden. Die Hähne wurden
anfänglich von Hand gedreht. Ein Knabe, Botter, der dieseArbeit zu verrichten hatte, verband sie durch Schnüre mit demHebel 1)F, so dass die Maschine sich selbst regierte.
Diese Maschinen wurden gebraucht, um Wasser aus Berg-werken zu pumpen. Der Pumpenkolben war an dem Hebelarm F(Fig. 8) angebracht, und der Kolben K übte die hebende Kraftbeim Hinabgehen aus; dieses Hinabgehen wird aber durch denLuftdruck veranlasst, und der Dampf dient bloss dazu, einen luft-leeren Raum zu erzeugen. Deswegen nennt man diese Maschinenatmosphärische Dampfmaschinen.
b) Die Schiebersteuerung. James Watt machte aus denatmosphärischen Maschinen die jetzt gebräuchlichen, indem er denZylinder oben schloss und den Dampf abwechselnd oben und untenauf den Kolben wirken liess. Dies geschieht gewöhnlich vermittelstder Schiebersteuerung. Hiebei geht die Kolbenstange ED durch: