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92. Der Fuhrmann und sein Pferd.
1. Ein Fuhrmann hatte seinen Wagen zu schwer mitObst beladen. Es ging darum gar mühsam vorwärts.Nun fing die Straße gar noch an zu steigen. DieLast war zu schwer; das Pferd blieb stehen. Der zor-nige Fuhrmann schlug mit der Peitsche aus das armeTier los. Doch es ging immer nicht von der Stelle.Der Fuhrmann schimpfte und tobte. Auch das halsnicht. Das Pferd zog keinen Strang mehr an.
2. Zuletzt siel dem Fuhrmann ein, er wolle es andersanfangen. Er streichelte das Tier und sagte freundlich:„Komm, Schimmel, komm!" Das hals. Das Pferdstrengte nun alle seine Kräfte an, und der Wagen kamin Bewegung. In kurzer Zeit war das Ziel erreicht.
Nach Wiedmann.
93. Bruno.
1. Bruno, ein armer Waisenknabe, diente bei einemBauer. Da sagte einmal der Bauer zu Bruno: „Geh'jetzt in den Baumgarten und gib acht, daß niemandObst stehle!" Bruno ging und hütete die Bäume bisam Abend, da es schon ein wenig dunkel war.
2. Jetzt schlüpfte ein Mann durch den Gartenzaun,der hatte einen leeren Sack über die Achsel hängen undsagte: „Guten Abend, Bruno! Es ist ja bald Nacht,geh' nur heim!" Darauf antwortete Bruno: „DerBauer hat mir gesagt, ich solle bleiben und die Bäumehüten, bis der Knecht kommt. Ich bleibe also da."
3. Nun sprach der Mann: „Sieh, da hab' ich einschönes, neues Geldstück; gelt, das glänzt recht?" Und