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Drittes Schulbuch für die Volksschulen des Kantons Wallis
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5. Gehler und Landenberg behandelten die Waldstätte mitäußerster Strenge. Das kleinste Vergehen bestraften sie überaushart. Sie sperrten unschuldige Leute ein, quälten sie und erpreßtenvon ihnen hohe Summen Geldes. Ja, sie schleppten dieselben bis-weilen sogar in Gefängnisse außerhalb des Landes. Manchenbraven Mann ließen sie elend im Kerker verderben. Das ganzeLand seufzte unter dem schweren Joch der Vögte. Seine Klagenfanden beim Kaiser kein Gehör.

4. Wie Landenberg den Heinrich von Melchtal mißhandelte.

1. Im Melchtal in Unterwalden, wohnte Heinrich an derHalden. Er war ein wohlhabender und weiser Mann. Landen-berg haßte ihn, weil er offen gegen die fremden Vögte redete.

2. Heinrich hatte einen Sohn, namens Arnold. Dieser wurdebei Landenberg eines geringen Fehlers wegen verklagt. Landen-berg untersuchte nicht einmal, ob Arnold schuldig sei. Er verurteilteihn ohne weiteres und forderte als Strafe das schönste PaarOchsen aus Heinrichs Stall. Sofort schickte er einen Knecht hin,die beiden Tiere zu holen.

3. Als der Knecht ankam, waren Heinrich und sein Sohn Ar-nold gerade auf dem Acker und pflügten. Höhnisch rief der Schergeden Biedermännern zu:Wenn die Bauern Brot essen wollen,mögen sieden Pflug selber ziehen!" Sprach's, spannte die Ochsenvom Pflug und suchte sie mit Gewalt fortzuführen. Das schnittdem jungen Arnold in die Seele. Er konnte seinen Zorn nichtmehr bemeistern. Er ergriff den Geißelstock und schlug dem Knechteinen Finger entzwei. Dann floh er über die Berge ins Nach-barland Uri.

4. Der Knecht erhob ein großes Geheul, lief zum Landvogtund klagte ihm alles. Der ließ den greisen Vater Heinrich vor sichkommen und fuhr ihn hart an:Ist mir der Sohn entgangen, sohabe ich dich!" Darauf ließ er den Greis zu Boden werfen undihm die Augen ausstechen. Überdies beraubte er ihn seines ganzenVermögens.

5. Die entsetzliche Tat Landenbergs empörte das ganze Land.Alles Volk wurde mit Schrecken und Unwillen erfüllt. Die Leute be-