Theodor Fontäne.
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Kumm man röwer, ick geb di 'ne Birn!"
So spendet Segen noch immer die HandDes von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
Die »rück' am Tah.
„Wann treffen wir drei wieder zusamm?"
„Um die siebente Stund', am Brückendamm."„Am Mittelpfeiler."
„Ich lösche die Flamm'."
5 „Ich mit."
„Ich komme von Norden her."
„Und ich von Süden."
° „Und ich vom Meer."
„Hei! das gibt einen Ringelreihn,
10 Und die Brücke muß in den Grund hinein!"
„Und der Zug, der in die Brücke trittUm die siebente Stund'?"
„Ei, der muß mit!"
„Muß mit!"
15 „Tand, Tand,
Ist das Gebilde von Menschenhand!"
* *
Auf der Nord er feite das Brückenhaus,
Alle Fenster sehen nach Süden aus,
Und die Brücknersleut' ohne Rast noch Ruh'
20 Und in Bangen sehen nach Süden zu,
Sehen und ivarten, ob nicht ein LichtÜbers Wasser hin „ich komme" spricht:
„Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
Ich, der Edinburger Zug."
25 Und der Brückner jetzt: „Ich seh' einen ScheinAm anderen Ufer. Das muß er sein.
Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum!
Unser Johnie kommt und will seinen Baum,
Und was noch am Baume von Lichtern ist,
30 Zünd' alles an wie zum heiligen Christ!
Der will Heuer zweimal mit uns sein, —
Und in elf Minuten ist er herein!"
Und es war der Zug. Am Süd er türmKeucht er vorbei jetzt gegen ben Sturm,
35 Und Johnie spricht: „Die Brücke noch!
Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
Die bleiben Sieger in solchem Kampf,
Und wie's auch rast und ringt und rennt,
40 Wir kriegen es unter, das Element.
Und unser Stolz ist unsre Brück';
Ich lache, denk' ich an früher zurück,