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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / im Auftr. einer Konferenz schweiz. Mittelschullehrer umgearb. von W. von Arx und Ed. Haug. Dritter Band / obere Stufe
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Der arme Heinrich des Hartmann von Aue.

die blomen springen ane der beide,die vögele singen in den walde.da wilen lach der sne,

20 da stat nu grone kle;

er douwet an den morgen,swer welle, der frouwe sich:nieman ennöde es mich,ich bin onledich sorgen.

XIV. Aus dem armen Heinrich des Hartmann von Aue.

(Um 1200. Mittelhochdeutsche Schriftsprache aus Schwaben.)

Ein ritter so geleret was,daz er an den buochen las,swaz er daran geschriben vant.der was Hartman genant,

5 dienstman was er ze Ouwe.er nam im mange schouwean mislichen buochen:daran begunde er suochen,ob er iht des fünde,

10 damite er swaere stundemühte senfter machen,und von so gewanten Sachen,daz gotes eren tobteund damite er sich mühte15 geliehen den liuten.

nu beginnet er iu diutenein rede, die er geschribenvant.

darumbe hat er sich genant,daz er einer arbeit,

20 die er daran hat geleit,

Tht ane Ion belibe,und swer nach einem libesi beere sagen oder lese,daz er im bittende wese25 der sele heiles hin ze gote.man seit, er si ein selbes böteunde erlcese sich damite,swer über des andern schuldebite.

Er las ditze mrere,

30 wie ein herre wsereze Swäben gesezzen:an dem enwas vergezzendeheiner der fugende,die ein ritter in siner iugende35 ze vollem lobe haben sol.

man sprach niemen also wolin allen den landen,er bete ze sinen bandengehurt und darzuo richeit:

40 euch was sin tugent vil breit,swie ganz sin habe wsere,sin gehurt unwandelbareund wol den fürsten gelich,doch was er unnach also rieh45 der gehörte und des guotesso der ären und des muotes.

Sin name der was erkennelich,und hiez der herre Heinrichund was von Ouwe geborn.

50 sin herze bäte verswornvalsch und alle türperheit,und behielt euch vaste den eitstaete unz an sin ende.an alle missewende55 stuont sin csre und sin leben,im was der rehte wünsch ge-geben

ze werltlichen eren:die künde er wol gemerenmit aller hende reiner tugent.60 er was ein bluome der jugent,der werlte früude ein spiegel-glas,

staeter triuwe ein adamas,ein ganziu kröne der zuht.er was der nothaften fluht,

65 ein schilt siner mäge,

der milte ein glichiu wäge:im enwart über noch gebrast.er truoc den arbeitsamen lastder eren über rücke.

70 er was des rätes brücke

und sanc vil wol von minnen.alsus kund er gewinnender werlte lop unde pris.er was hübesch und darzuo wis.75 Do der herre Heinrichalso geniete sicheren unde guotesund froeliches muotes