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Es kommt in der Schweiz in vielen Torfmooren vor, besondersin solchen in der Nähe kleiner Seen, wie des Katzen-, des Tiirler-und Hüttensees, im Kanton Bern z. B. auf dem Giimligen- und Belp-moos.
Die gestielten, kreisrunden Blätter, die kaum die Grösse einesEinrappenstückes haben, stehen in einer dichten Rosette um denschlanken Stengel her, welcher die Blüte trägt. Einige der Blätterliegen angedrückt dem Boden auf. Was uns an dem kleinen, schmäch-tigen Pflänzchen zuerst auffällt, das sind haarige Wimpern, welcheam Rande der Blätter und auf der oberen Blattfläche stehen undan deren Enden kolbenförmig verdickte, weinrote Tröpfchen sitzen,die eine Zierde des Pflänzchens bilden. Solcher Wimpern hat jedesBlatt ungefähr zweihundert. Die Tröpfchen sind klebrig; sieschimmern im Sonnenschein, wie Tautröpfchen, und ihnen verdanktdas niedliche, aber räuberische Gewächs den hübschen NamenSonnentau.
Schauen wir uns nun einmal das Pflänzchen ganz in der Nähean! Alle Wimpern des Blattes sind ausgebreitet; da naht sich,ohne Böses zu ahnen, eine kleine Fliege. Angelockt von den hüb-schen, glänzenden Tröpfchen am Ende der Wimpern, lässt sie sichauf eines der Blättchen herab, um den Honig, der da winkt, zukosten. Aber o weh! Kaum berührt das Tierchen das Blatt, soumfliesst die zähe Flüssigkeit, die an den Härchen hängt, dieFüsschen der Näscherin. Sie macht verzweifelte Anstrengungen, umsich aus dem Schleime loszumachen; aber je ungestümer die Bewe-gungen werden, mit um so zahlreichern Wimperhärchen kommt siein Berührung, und bald erlahmt sie. Die klebrige Flüssigkeit um-gibt sie ganz; die Luft, „der Schnauf“ geht ihr aus, und ein rascherTod ist die Folge hieven.
Damit ist die Tätigkeit des mordenden Blättchens aber nochnicht zu Ende. Schon während das gefangene Tierchen seine Be-freiungsversuche macht, beginnen die Wimpern, mit denen es in Be-rührung geraten ist, sich einwärts zu krümmen; auch andere, entfernterstehende Wimpern krümmen sich in der Richtung nach dem Ge-fangenen zu, und nach einiger Zeit sind die sämtlichen Wimpernüber die Leiche gebogen. Gleichzeitig beginnt nun auch die ganzeBlattfläche hohl zu werden, indem die Seitenränder sich aufwärtsschlagen und sich fast bis zur Berührung einander nähern. DasBlatt gleicht nun einer Faust mit nach innen gekrümmten Fingern.Und drinnen liegt das gemordete Opfer.
Merken wir uns nun das Pflänzchen, stecken ein Rütchen da-
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