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Band I.
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Hierauf rief die Königin: «Versuchtes! Traget aus der Um-gegend kleine Reischen, Hälmchen, Tannennadeln und die abfallen-den Knospen der Bäume hier um diesen Baumstamm zusammen.Bis zum Herbst wird eine schützende Wohnung entstanden sein,5 gross und rund und warm, wie ein Bienenkorb. Die wird euch einesichere Zuflucht darbieten wider den Frost».

Da schüttelten die Ameisen wieder den Kopf und sprachen:«Wie sollten wir kleinen, schwachen Tiere das vermögen»? DieKönigin aber entgegnete: « Dass die Kraft zum W erke in euch10 wohnt, das weiss ich. Nur eins fehlt noch: der gute Wille! Dermöge bei euch einkehren, und es wird euch gelingen»! Da kamFreude in das kleine Volk der Ameisen; guter Wille belebte sie;mutvoil schritten sie ans Werk, und ehe der Winter kam, standgross, wie ein Bienenkorb, ja grösser, wie ein kleiner Heuschober,15 der erste Ameisenhaufen da, eine sichere Zuflucht für die Königinund das ganze Volk. Fr. Nvsperli.

128. Die Wichtelmänner.

(Aus den „Kinder- und Hausmärchen“.)

E s war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, dassihm endlich nichts mehr übrig blieb, als Leder zu einem ein-zigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die Schuhe zu; die20 wollte er den nächsten Morgen in Arbeit nehmen, und weil er eingutes Gewissen hatte, so legte er sich ruhig zu Bett, befahl sichdem lieben Gott und schlief ein. Morgens, nachdem er sein Gebetverrichtet hatte und sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standendie beiden Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er verwunderte sich25 und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die Schuhein die Hand, um sie näher zu betrachten; sie waren so sauber gear-beitet, dass kein Stich daran falsch war, gerade, als wenn es einMeisterstück sein sollte. Bald darauf trat auch schon ein Käufer ein,und weil ihm die Schuhe so wohl gefielen, so bezahlte er mehr als

30 gewöhnlich dafür, und der Schuster konnte von dem Gelde Leder zu

zwei Paar Schuhen erhandeln. Er schnitt sie abends zu und wollteden nächsten Morgen mit frischem Mut an die Arbeit gehen; aberer brauchte es nicht; denn als er aufstand, waren sie schon fertig,und es blieben auch nicht die Käufer aus, die ihm so viel Geld gaben,35 dass er Leder zu vier Paar Schuhen einkaufen konnte. Er fand früh

morgens auch die vier Paar Schuhe fertig, und so ging’s immer fort;