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Band I.
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143. Aus der Schlacht bei St. Jakob an der Birs.

(Mittwoch den 26. August 1444.)

Njach der Besiegung der feindlichen Vorhut bei Prattelen und^ bei Muttenz ging es rastlos fort in wilder Jagd, bis die Vor-dersten der Eidgenossen den Rand des steilen Abhanges erreichten,zu dessen Füssen sie vor sich die Birs hiessen sahen. Jenseits desbreiten, durch viele Inseln zerteilten Bettes erhob sich ein ähnlicher 5Abhang, und vor diesem gewahrten sie ein Kirchlein und ein statt-liches, nach der Sitte der Zeit mit Schindeln gedecktes Wohnhausmit ummauertem Garten; es war das Siechenhaus zu St. Jakob.Hart daneben führte die Heerstrasse ziemlich steil hinauf zu derweiten Ebene, die sich links bis Gundoldingen am Fusse des k>Bruderholzes und rechts bis an die Mauern Basels ausdehnt. Inder Ferne erblickten sie die Stadt mit ihren vielen Türmen undKirchen; der Weg bis dorthin war ihnen frei und offen. Aber zur Linken,gegen Gundoldingen hin sahen sie deutlich einige Reiterscharen;dort also erwartete sie ein neuer Kampf, und deshalb hielten sie 15inne mit der Verfolgung, um sich hier zu sammeln und wieder zuordnen. Es währte nicht lange, so war die Mehrzahl der Eid-genossen wieder beisammen, und nun galt es, zu entscheiden, wasweiter geschehen sollte.

Die Hauptleute gedachten der Weisungen, die sie vor Farns- 20bürg erhalten und die tatsächlich schon längst überschritten waren.

Sie mahnten deshalb zur Rückkehr ins Lager, welche jetzt, nachdem erfochtenen Siege mit allen Ehren geschehen könne. Aberdie siegesstolze Mannschaft meinte, die feindlichen Haufen dortdrüben seien kaum grösser, als jene, welche vorhin geflohen seien, 25und was diesseits der Birs gelungen, das werde jenseits nicht fehl-' schlagen; durchaus wollten sie hinüber. Umsonst machten dieHauptleute darauf aufmerksam, dass niemand wissen könne, ob nichtweitere und grössere Feindeshaufen, jetzt noch verdeckt, vielleichtin der Nähe stünden; vergeblich erinnerten sie die Kampfbegierigen, 30wie sie schliesslich bei aller Tapferkeit doch nicht jeder Übermachtgewachsen seien. Sie mochten reden und sagen, soviel sie wollten— die siegestrunkene Menge war nicht zu belehren. Je länger dieHauptleute sich weigerten, desto mehr nahmen wilde Reden über-hand, und einzelne vergassen sich so weit, ihren Vorgesetzten Zag- 35haftigkeit vorzuwerfen. Das war genug. „Du öder Wicht“, riefNettstaller von Glarus einem der Schreier zu, „so mutig, wie du,will ich immer noch sein! Nur mit Ehren werde ich leben oder