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„Weidling“ über den Rhein setzten, um eilends nach jenem ent-fernten Schlosse zu gelangen.
Diese Boten mochten noch so sehr eilen, so brauchten sie zuihrer Sendung doch mehrere Stunden; vorher konnten die Geschütze5 ihr Feuer nicht eröffnen, und bis dann wollten die Armagnakenauch keinen Sturm mehr wagen. So schien den beiden Teilen nocheine Frist geschenkt zur Ruhe vor dem Entscheidungskampfe. Dochbei solcher Ruhe konnten die erschöpften Eidgenossen aufs neueerstarken; das fürchtete der Feind, und deshalb gönnte er sie ihnen10 nicht. In der Tat ruhten nach dem misslungenen Sturme die Waffennicht lange, so näherten sich Scharen von Bogenschützen zu Fussund überschütteten den Garten mit einem Regen von Pfeilen. DieEidgenossen sprangen auf, und mit lautem Geschrei liefen ihrer vielehinaus gegen den Feind. Draussen empfing sie ein neuer Pfeil-15 regen; aber mit Entsetzen sahen die Schützen, wie mehrere derGetroffenen sich die blutigen Pfeile aus dem Leibe rissen und gleichRasenden auf sie losstürzten. Alles stob auseinander, den Helle-barden der Ergrimmten zu entrinnen; aber viele der Bogner wurdendennoch ereilt und erschlagen. Da rannten die Reisigen herzu,20 und vor diesen wichen die Eidgenossen, ungeordnet wie sie waren,wieder zurück in den Garten. Doch draussen lagen haufenweisedie Schützen, die ihren grimmigen Streichen erlegen waren.
Für jetzt hatten die Eidgenossen wieder Ruhe. So viel ihrernoch kampffähig waren, blieben sie im geräumigen Garten; aber25 drinnen im Siechenhause lagen die Verwundeten, deren Zahl sichmit jedem neuen Kampfe gemehrt hatte. Da erhob sich plötzlichein durchdringendes Geschrei; schwarze Rauchsäulen entstiegendem Hause und umhüllten mit Blitzesschnelle das dürre Schindel-dach. Sei es durch Feuerpfeile oder auf anderem Wege — dem30 Feinde war es gelungen, das Haus in Brand zu stecken. An Löschenwar nicht zu denken; galt es doch vor allem, von den Schwer-verwundeten so viele als möglich noch aus den Flammen zu retten!Aber mitten in diese Not und diesen Jammer- sauste ein neuerPfeilregen. Wieder stürzten mit Geschrei viele Eidgenossen hinaus,35 und ein neues Blutbad begann unter den Schützen, bis die Aus-fallenden im Handgemenge an die Reiterei gerieten. Sich durch-zuschlagen, etwa nach Basel, war nicht mehr möglich, und sowichen sie wieder zurück, wie früher, zum Siechengarten. Die Reisi-gen verfolgten sie bis an die Mauer; aber nochmals zum Sturme40 zu schreiten — das wagten sie auch jetzt nicht.
So behielten die Eidgenossen noch immer den Garten als ihre