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Band I.
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fasste ihn die ganze Trostlosigkeit seiner Lage. Weinend lief er amUfer umher, erklomm die Berge, um auf dem Meere ein erlösendesBoot zu erspähen, und wurde von einer furchtbaren Traurigkeitergriffen. Allmählich jedoch gewöhnte er sich an die Einsamkeit.

5 Nach vier Jahren und vier Monaten kam die Stunde seiner Erlösung.Im Februar 1709 nämlich landete das englische Korsarenschiff„Duke“ an Juan Fernandez. Gross war die Überraschung der Mann-schaft, als sie plötzlich auf der ihrer Meinung nach ganz menschen-leeren Insel nachts ein Feuer aufleuchten sahen, grösser noch das10 Erstaunen einiger Matrosen, als sie den folgenden Morgen amStrande einen in Felle gehüllten Menschen mit wirren Haaren undlangem Barte erblickten, umgeben von einigen Ziegen. Er sahwilder aus, als seine Pflegbefohlenen und hatte das Sprechen völligverlernt. Nun konnte er heimkehren. Aber da ergriff ihn wieder die15 Sehnsucht nach seinem Eilande, und er soll oft ausgerufen haben:,0 meine geliebte Insel, wenn ich dich nur nie verlassen hätte“!Er starb als englischer Seeoffizier im Jahre 1723 im Alter von erst47 Jahren. In seinem Heimatorte Largo in Schottland wurde ihmein Denkmal errichtet.

20 In der Folgezeit bekam die Insel noch allerlei Gäste, bis sieim Jahr 1877 durch die chilenische Regierung an meinen VetterKarl Alfred von Rodt verpachtet wurde. Er beabsichtigte, hier Vieh-zucht und Fischfang in grossem Stile zu betreiben, sah sich abernach einigen Jahren in seinen Hoffnungen getäuscht und hatte dabei25 sein Vermögen gänzlich eingebüsst.

210. e. Die Ankunft.

Den 24. März.

Wir sind nur noch 17 Meilen von Juan Fernandez entfernt,und immer deutlicher stellt sich uns das zerklüftete Bergeiland dar.Schon ist es Mittag; aber nur matt bewegt der Wind unsere schlaffenSegel, und die grosse Schweizerflagge, die meine Ankunft anzeigen30 soll, will gar nicht lustig flattern. — „Noch eine Nacht“! stöhneich. Doch nein! Jetzt bläst es leise von der richtigen Seite her,und sachte gleitet die „Sirene“ über die ruhige, tiefblaue Flut.

Gegen Abend fahren wir in die Cumberlandbai der Insel ein,und der Kapitän ruft mir erregt zu: „Sehen Sie die chilenische35 Flagge auf dem stattlichsten, neuesten Hause? Das ist die Woh-nung des Gouverneurs, Ihres Vetters; jetzt müssen auch sie unssehen“, und ein Matrose ruft: „Ein Kahn, ein Kahn“! Von kräf-tigen, jungen Armen gerudert, kommt er leichtbeschwingt näher.