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Band I.
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mancher von diesen das ganze Jahr nicht hinterm Ofen hervor, undin den Hundstagen musste er sich noch einheizen lassen. Aberdie Sonne in ihrer Pracht und Majestät grüsst mit Freude hochund nieder, Berg und Tal, den Tautropfen wie das Meer; sie gibtdem Armen wie dem Reichen Licht und Wärme und fragt nichtlange: Wieviel tausend Franken Vermögen hat er? Was ist er?Wie betitelt man ihn? Nein, sie scheint dem Armen in seinehohlen Augen und in seine hohle Hand, die er dem Reichenhinhält, wie diesem in seinen Geldbeutel. Mach’s auch so.

Berthold Auerbach.1812—1882.

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231. Sonntagsruhe.

stiller Friede ist über die weite Flur, über Feld und Wald, über 10

Dorf und Stadt ausgebreitet, obwohl die Sonne schon längstam blauen Himmel emporgestiegen ist und Menschen und Tieregeweckt hat. Es ist heute der Tag des Herrn, der Tag der Ruhe.Unberührt stehen Wagen und Pflug, Spaten und Egge, als solltensie auch einmal ausruhen. Behaglich stampfen die Pferde im Stalle 15und knuspern wählerisch am Heu. Der Zugochs liegt wiederkäuendauf seinem Lager und brüllt den eintretenden Bauer zutraulich an.Knechte und Mägde haben sich schon die ganze Woche auf denheutigen Tag gefreut, an welchem sie ausruhen und sich schmückenkönnen. Über den Zaun hinweg plaudern die Nachbarn mitein- 20ander, während die Kinder, sauber gewaschen und gekämmt, vorden Türen sitzen. Rein geputzt schauen die Fenster nach derStrasse, und rein und ordentlich ist es auch um das Haus herum.

Auch in der Stadt ruht das geschäftige Treiben. Das geräusch-volle Leben auf den Strassen hat einer feierlichen Stille Platz ge- 25macht. Kein schwer beladener Wagen knarrt durch die gepflaster-ten Strassen; kein bepackter Träger schwitzt und seufzt unter derschweren Last. Die Kaufläden sind geschlossen, die Schaufensterverhängt; selbst die Schultüren sind nicht geöffnet. Nur eine Türe,welche die ganze Woche hindurch geschlossen war, hat sich weit ggaufgetan; es ist die Türe zum Gotteshause. Feierlich rufen dieGlocken der Kirchen die Scharen der Andächtigen herbei, und durchdie Strassen strömen die Kirchgänger in Feierkleidern, still undernst, mit dem Gesangbuche in der Hand nach dem Hause desHerrn.