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Band I.
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13. Jung Rvland nahm in großer

Hast

Das Schwert in beide Hände;

Der Riese nach dem seinen faßt';

Er war zu unbehende;

Mit flinkem Hiebe schlug RvlandIhm unterm Schild die linke Hand,Daß Hand und Schild entrollten.

14. Dem Riesen schwand der Mut

dahin,

Wie ihm der Schild entrissen;

Das Kleinod, das ihm Kraft verliehn,Mußt' er mit Schmerzen missen.Zwar lief er gleich dem Schilde nach;Doch Roland in das Knie ihn stach,Daß er zu Boden stürzte.

15. Roland ihn bei den Haaren

griff,

Hieb ihm das Haupt herunter;

Ein großer Strom von Blute liefIns tiefe Tal hinunter;

Und aus des Toten Schild hernachRoland das lichte Kleinod brachUnd freute sich am Glänze.

16. Dann barg er's unterm

Kleide gut

Und ging zu einem Quelle;

Da wusch er sich von Staub und BlutGewand und Waffen helle.

Zurücke ritt der jung RolandDahin, wo er den Vater fandNoch schlafend bei der Eiche.

17. Er legt' sich an des Vaters

Seit',

Vvm Schlafe selbst bezwungen,

Bis in der kühlen AbendzeitHerr Milon aufgesprungen:

„Wach' auf, wach' auf, mein SohnRoland!

Nimm Schild und Lanze schnell zurHand,

Daß wir den Riesen suchen"!

18. Sie stiegen auf und eilten sehr,Zu schweifen in der Wilde;

Roland ritt hinterm Vater herMit dessen Speer und Schilde.

Sie kamen bald zu jener Statt',

; Wo Roland jüngst gestritten hätt';

! Der Riese lag im Blute.

19. Roland kaum seinen Augen

! glaubt',

! Als nicht mehr war zu schauen; Die linke Hand, dazu das Haupt,

! So er ihm abgehauen,

; Nicht mehr des Riesen Schwert undj Speer,

Auch nicht sein Schild und Harnischmehr,

j Nur Rumpf und blut'ge Glieder.

! 20. Milon besah den großen

Rumpf:

„Was ist das für ’ne Leiche?

Man sieht noch am zerhau'nen! Stumpf,

j Wie mächtig war die Eiche.

! Das ist der Riese! Frag' ich mehr?' Verschlafen hab' ich Sieg und Ehr';! Drum muß ich ewig trauern". —

21. Zu Aachen vor dem Schlosse

stund

Der König Karl gar bange:

„Sind meine Helden wohl gesund?

! Sie weilen allzulange.

! Doch, seh' ich recht, auf Königswort,! So reitet Herzog Haimon dort,

! Des Riesen Haupt am Speere".

22. Herr Haimou ritt in trübem

Mut,

Und mit gesenktem Spieße! Legt' er das Haupt, besprengt mit Blut,j Dem König vor die Füße:

„Ich fand den Kopf im wilden Hag,Und fünfzig Schritte weiter lagDes Riesen Rumpf am Boden".