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Seinen Helfern, flinken Knaben,
70 All die Preise für die Schützen.Wohlgeschmückt mit roten BändernFührten sie als erste GabeFür den besten Schuß des TagesIn den Ring ein weißes Böcklein.75 Der heut' Schützenkönig wurde,
War ein kräftiger Geselle,
Und er faßte froh das Tierchen,Warf es über seine Schultern,Wollte eilig heimwärts ziehen.
80 Doch ihn hielt der Pritschenmeister,Bot in feingesetzter RedeIhm auf schönbcmaltem TellerEine gelbe PomeranzeUnd in weitgebauchtem Becher85 Den verdienten Ehrentrunk.
Heller Jubel galt dem Schützen,
Der so glücklich heut' gewesen.
Andre kamen an die Reihe,
Ihre Preise einzuholen:
90 Schöne Becherlein und Gürtel,
Eine Armbrust, wohl umschlungenMit gefärbten Seidenbändern,
Tuch zu guten Sonntagshosen.Jeder ging vergnügt von dannen,
95 Trug mit frohem Stolz die BeuteAus dem friedlich heitern Wettkampf.
301. Anörian
l. 2m Schloß ;u Spie; im AhnensaalTräumt müßig an -er WandLin scharfes Schwert, -as oft geführtEin Held fürs Vaterland.
Und müßig, wie die blanke Wehr,
— 2hr kennt den Ritter kaum —Träumt Adrian von BubenbergDort unterm Lindenbaum.
Einer nur, der Schneidermeister,
Dem am Morgen schon ein SpinalemÜbers Kissen war gekrochen,
Freute sich des Preises nicht. 100
Weit vom Ziele war die KugelIn die Hvlzwand eingedrungen,
Und in dicht gedrängtem KreiseUnter Jauchzen, unter LachenBrachten ihm des Pritschenmeisters 105Böse Buben seinen Preis:
War ein kugelrundes Ferkel,
Und sie priesen voller Spott ihmDiese schöne Gabe an,
Priesen ihn als Zukunftshirten 110
Einer ganzen Schweinehcrde,
Luden alle sich zum Schmause,
Wenn er einmal Sauen schlachte.
Und noch war man nicht zu Ende:
Wie dem besten Schützen, ward auch 115Ihm ein Tellerlcin geboten;
Doch es lag ein unansehnlichEingeschrumpfter Apfel drauf,
Statt des Bechers nur ein Holznapf,
Und vor all den frohen Zechern 120Mußte er den Spott-Trunk tun.
Maria vom Berg.
(Maria Karolina Rehmka-Gonzenbach.)
1854—1882.
>tt Bubenberg.
2. Für Bern, das ihn vom Rat verbannt,Schlägt fort fern treues her;.
Daß Bern fein Glück und Heil verkannt,Das ist des Lüeln Schmer;.
Und wie er trauernd träumt und sinnt,Geht knarren- auf das Tor.
Die Locke streicht aus hoher StirnDer Held und schaut empor.