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333. Der Nagel.
;. Ein Betteljunge streifte gar zu gernHerum um jede Schmiede nah und fern.
2. Lr ging dabei auf alte Nagel ausUnd kaufte dann sich leckre Sachen draus.
3. Da denkt ein alter Schmied: „Ein NageldiebWird meiner Treu zuletzt ein Rettendieb" I
Und als er wieder kam, der Bettelknecht,
Legt' einen Nagel er ihm schlau zurecht.
S. Der Bube kommt und nimmt den Nagel wahr;
Er sieht sich um und schoß dann auf ihn dar.
s. Doch sieh, er zuckt und schlenkert seine HandUnd schreit: „G weh, o weh, die Hand verbrannt"!
r. Da rief der Schmied: „Will dir 'nen Heilspruch nennen:„Laß fremde Nagel liegen! Denn sie brennen".
Augustin Aeller.* 805 —* 883 .
V
334. Der verlorene Brief.
1. „Wer hat den Brief von Schenkenberg ^ verloren"?
Ein Lügenbube sträußte gleich die Ohren.
2. Er denkt: „Der Brief, der trägt mir etivas ein",
Und ruft: „Gib her den Brief! Der Brief ist mein"!
3. Er rennt mit ihm erfreut aufs Schloß davonUnd heischt vom Schreiber keck den Botenlohn.
4. Der Schreiber sprach: „Ein Brief vom Vogt"! und las.Und in dem Briefe las und las er das:
5. „Dieweil der Bote lügt gar nngemein,
So sperr' drei Tage ohne Kost ihn ein"!
6. Der Bube heult und krümmt sich, wie ein Wurm ;„Umsonst; der Vogt befiehlt's; du mußt in Turm"!
7. Er ging und ließ fortan das Lügen sein;
Stets fiel der Brief nach Schenkenberg ihm ein.
Augustin Keller.1805—1883.
1 Die Ruine der Burg Schenkenberg liegt auf einem hohen Felsen nördlich voirThalheim und dieses südwestlich von Schinznach. Herrschaft und Burg Schenkenbergwurden 1460 von den Bernern eingenommen und von da an von einem Landvogtverwaltet, der 1720 seinen Wohnsitz nach Wildenstein (an der Aare) verlegte. Schenken-berg zerfiel nun.
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